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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Berengar weist den Kanonikern der Abtei S. Giovanni Battista in Monza (canonici abbatiae B. Iohannis Baptistae et precursoris Christi de Moedicia), die sich inständig an ihn gewandt und Klage über mali ministeriales geführt haben, wegen derer sie ihren Unterhalt jährlich nicht vollständig bekommen (eo quod per malos ministeriales non annue haberent sub integritate expensas), auf Rat und Intervention des Bischofs Wido (von Piacenza) und des Markgrafen und Pfalzgrafen Odelricus, für den Unterhalt von 32 Kanonikern drei Curtes jener Abtei zu, nämlich Cremella (Cremella, Prov. Como) mit dem Kloster S. Pietro, Blauciacum (Bulciago, Prov. Como) und Calpuno (Calpuno, Com. Lurago d'Erba, Prov. Como), mitsamt den zugehörigen Kapellen und allen Pertinentien unter der Bedingung, daß sie weiterhin für den täglichen Lebensmittelbedarf der zwölf Mönche des Klosters S. Pietro sorgen, ferner die Abteikirche S. Giovanni Battista in Monza, an der sie dienen, wiederherstellen (emendare et restaurare debeant) und den Kustoden der Kirche jährlich für das Meßopfer (loco oblationis) fünf Amphoren und einen Krug Wein sowie zwölf Maß Getreide geben (quinque anforas vini et umam nec non et frumentum sextaria duodecim). - Pön 200 Pfund Gold. - Iohannes episcopus et canc. ad vicem Ardingi episcopi et archicanc. - MF. SR. SI 3. - a. inc. 920, a. r. 28, imp. 5, Ind. 8. - "Quia Deo".

Originaldatierung:
(Kal. Iul., curte Olonna)

Überlieferung/Literatur

Or. Monza, Arch. Capitolare, fasc. II, n. 14 (A). - Kopien: Ebd., Kopie Anfang 12. Jh. (ohne Signumzeile und Rekognition); ebd., Kopie 12./13. Jh. Zahlreiche jüngere Kopien 17./18. Jh. verzeichnet Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, S. 326. - Faksimile des Siegels: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 90 Nr. 6; vorzügliches Foto auch bei Hiestand, Byzanz, Tafel nach S. 128. - Drucke: Zucchi, Historia della corona ferrea, S. 85 (= S. 31-34 der Ed. 1707); Ughelli, Italia sacra IV1, Sp. 87-88 = IV2, Sp. 61-62; Frisi, Memorie della chiesa Monzese III, S. 21-23; Frisi, Memorie stor. di Monza II, Nr. 12 S. 17-18 = Dozio, Cartolario Briantino, Nr. 21 S. 11-13; CD Langob., Nr. 490 Sp. 844-846; Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. 125 S. 326-328. - Regg.: B 1361; Dümmler, Gesta, Nr. 91; Cipolla, Fond edite, Nr. 180 S. 62; Fainelli. CD Veronese II, Nr. 167 S. 215-216.

Kommentar

Das Königsjahr wurde wie nach der Kaiserkrönung üblich nicht fortgezählt; vgl. Reg. 1329 (Kommentar). - Geschrieben wurde D 125 von Johannes H wahrscheinlich nach Diktat des Kapellans Ermenfred; vgl. Schiaparelli, Vorbemerkung. - Zu Bischof Wido von Piacenza s. schon D 99 (Reg. 1291), ein auf sein Verwenden ausgestelltes Diplom Berengars für die Kanoniker von S. Giustina in Piacenza, zu dem Formularverwandtschaft besteht. Zu Odelricus s. zuletzt Reg. 1342. - Zur Kollegiatkirche S. Giovanni Battista in Monza, die sonst üblicherweise als monasterium bezeichnet wird, s. B-Zi 674 (dort auch weitere Lit). Zu den Örtlichkeiten, die alle in der Brianza südöstlich von Como liegen und die Karlmann wohl einst der Kirche von Monza entfremdet hatte, s. Darmstädter, Reichsgut, S. 96. Das Kloster S. Pietro in Cremella soll angeblich von der Langobardenkönigin Theudelinde gegründet worden sein; vgl. Kehr, IP VI/1, S. 155 (mit Hinweis auf unsere Urkunde).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1349, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0920-07-01_1_0_1_3_2_1360_1349
(Abgerufen am 27.05.2017).