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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Mandat. Berengar ernennt Bischof Wido (von Piacenza), seinen geliebten geistigen Vater (Vuidoni reverentissimo et sanctissimo episcopo et unico ac spiritali patri karissimo ac fideli nostro), in allen gerichtlichen Streitigkeiten, in die die Kirche von Piacenza verwickelt werden könnte, zu seinem ständigen missus (vos nostrum missum ... nostri loco et vice statuimus) mit voller richterlicher Gewalt (tamquam ad nostram publicam et imperialem partem). - Siegelankündigung. - SI D. - "Quia cunctas".

Überlieferung/Literatur

Or. Piacenza, Arch. Capitolare, cantonale I, cass. 4, mazzo 3, n. 1 (A). Eine jüngere Kopie ebd. verzeichnet Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, S. 343. - Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 18 (mit Regest). - Drucke: Schiaparelli, Documenti inediti di Piacenza, Nr. 4 S. 198-201; Schiaparelli, Trascrizioni dei facsimili (del vol. IX dell'Arch. paleogr. ital.), Tav. 18 S. 74-76; Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. 133 S. 343.

Kommentar

Wegen der in Mandaten häufig fehlenden Datierung kann D 133 nur in die Kaiserzeit Berengars eingereiht werden; denkbar ist ein Zusammenhang mit D 132 (Reg. 1358) für Piacenza von 920 Dezember. Als Intervenient oder Petent begegnet Wido nur 915 und 920 (Regg. 1291, 1349, 1354 u. 1358), wodurch die (letztlich nicht gesicherte) Einordnung zu spätestens 920 erhärtet wird. - D 133 ist eines der wenigen im Original erhaltenen Mandate der spätkarolingischen Könige Italiens und entspricht in seinem Äußeren den älteren karolingischen Mandaten; vgl. Schiaparelli, Trascrizioni, S. 74f.; B-Zi 196. Da sich der Schreiber, wie in Mandaten üblich, einer gewöhnlichen Buchminuskel bedient hat, kann er schwerlich identifiziert werden. Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, S. 343, denkt an Johannes H. - Zu Wido, der seit 904 in Piacenza als Bischof bezeugt ist, s. zuletzt Reg. 1358. Als geistlichen Vater hat Berengar im Jahre 900 auch den Patriarchen Friedrich von Aquileia bezeichnet (Reg. 1116).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1360, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0915-00-00_1_0_1_3_2_1371_1360
(Abgerufen am 23.05.2017).