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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Berengar überträgt der bischöflichen Kirche von Triest (in s. Tergestine aecclesiae, quae est constructa in honore praeclarissimi Iusti martiris) unter Bischof Taurinus zu seinem Seelenheil auf Bitten seines Getreuen, des Bischofs Heilulfus (Egilulf) von Mantua, aus Königsgut (iuris regni nostri) die Kastelle Vermes (Vermo), und zwar das große und das kleine Kastell, mit allen Pertinentien zu freiem Eigen. - Introitusverbot. - Pön 100 Pfund Gold. - Iohannes canc. ad vicem Ardiggi (!) episcopi et archicanc. - M. SR. SI. - a. inc. 911, a. r. 15, Ind. 2. - "Omnium fidelium".

Originaldatierung:
(V. Kal. Iul., Papia)

Überlieferung/Literatur

Urschrift der Fälschung auf einem radierten Diplom Karls III.: Venedig, Arch. di Stato, Miscellanea Atti dipl. e privati, Busta S 1, n. 7A, auf radiertem Or. D Ka.III.110 = B-Zi 737 (A). - Abbildung: Ludwig, Cordenons, Tafel XXIII Abb. 38. - Kopien: Venedig, Arch. di Stato, Atti restituiti dal Governo austriaco, Nr. 219b, not. Kopie. von 1351 Febr. 8, aus A (B); Triest, Arch. Diplom., Pietro di Montecchi di Sassuolo, Ms. 15. Jh., fol. 8, aus A (D). Eine weitere Kopie 18. Jh. verzeichnet Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, S. 387. - Drucke: Francol, L'Istria riconosciuta, S. 274; Della Croce, Historia di Trieste, S. 620; De Bonomo, Dissertazione, Append., Nr. 1 S. III; Hormayr, Hist.-stat. Archiv 2, Nr. 6 S. 218-219 = Kandler, CD Istriano I, a. 911 [fol. 89]; Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. † 10 S. 387-389. - Regg.: Dümmler, Gesta, Nr. 61; Cipolla, Fonti edite, Nr. 151 S. 59; Minotto, Acta et diplomata IV, sect. 1, S. 3; Fainelli, CD Veronese II, Nr. 102 S. 131-132.

Kommentar

Die Datierungsangaben sind hoffnungslos widersprüchlich; zu dem angegebenen Inkarnationsjahr passen weder das Regierungsjahr Berengars (dies führt auf 902, doch ist eine solch frühe Datierung wegen der Rekognition ausgeschlossen) noch die Indiktion (jene ergibt 914); vgl. Schiaparelli, Ricerche I, S. 148. Da die Amtsdaten des 894 erstmals bezeugten Bischofs von Mantua, Egilulf, der zeitweilig Leiter der Hofkapelle war (vgl. Reg. 1158; Schiaparelli, Ricerche I, S. 5), nicht feststehen und auch die in der Rekognition genannten Personen, der Kanzler Johannes (zu diesem s. Reg. 1220) und der Erzkanzler, Bischof Arding von Brescia (erstmals in Reg. 1158), keine nähere chronologische Einordnung des Stückes ermöglichen, folge ich hier aus formalen Gründen dem Inkarnationsjahr. - Von dem radierten Diplom Karls III., das wohl gleichfalls für Triest ausgestellt war, ist die Datierung (mit Indiktion 2 wie die angebliche Urkunde Berengars) noch leidlich lesbar; s. B-Zi 737. Auch das Siegel Karls III. (SI 4) ist bis auf den Rand noch ziemlich gut erhalten. Der Fälscher hat für die Textherstellung sicherlich ein authentisches Diplom Berengars benutzt, da das Formular im wesentlichen kanzleigemäß ist. Seine ungelenke Schrift (vgl. die Abb. bei Ludwig, a.a.O.) und das verwilderte Latein legen den Schluß nahe, daß die Fälschung Ende 10./Anfang 11. Jh. entstanden ist. Schiaparelli, I Diplomi di Ugo, Nr. 22, Vorbemerkung S. 66, glaubt, daß dieselbe Hand auch die Hauptüberlieferung dieses interpolierten Stückes, ebenfalls für Triest, geschrieben hat; vgl. Schiaparelli, Ricerche V, S. 206. - Das Kastell Vermo lag nach Schiaparelli bei Pisino (heute Pazin, Kroatien) in Istrien.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. †1241, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0911-06-27_1_0_1_3_2_1248_F1241
(Abgerufen am 24.05.2017).