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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Berengar nimmt Adlegida, Äbtissin des Klosters der Stadt Capodistria (Adlegida abbatissa ex cenobio Iustinopolitanę civitatis), mitsamt ihrem Kloster und allem Klosterbesitz auf Bitten seines Kapellans Beatus und seines Getreuen Grimald in seinen Schutz (sub nostrę defensionis mundburdum; auch: sub nostre tuicionis mundburdum), insbesondere die zum Kloster gehörende Curtis Devisiano, wegen der es mit dem Bischof von Pola zu Streitigkeiten gekommen war. - Introitusverbot. - Pön 30 Pfund Gold. - Iohannes canc. ad vicem Ardingi episcopi et archicanc. - MF. SR. SI D. - a. inc. 908, a. r. 21, Ind. 11. - "Omnium fidelium".

Originaldatierung:
(VIII. Kal. Mad., Brixie)

Überlieferung/Literatur

Or. Venedig, Arch. di Stato, Atti diplom. restituiti dal Governo austriaco, n. 141 (A). - Drucke: Dümmler, Urkunden, Nr. 5 S. 286-287 = Benussi, Nel medioevo, S. 374 Anm. 92; Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. 66 S. 178-180. - Regg.: Dümmler, Gesta, Nr. 55; Cipolla, Fonti edite, Nr. 146 S. 59; Minotto, Documenta ad Forumiulii spectantia, S. 5; Fainelli, CD Veronese II, Nr. 83 S. 107. Bereits erwähnt von Pertz, in: Archiv 4, S. 172, 176. Vgl. auch Krahwinkler, Friaul, S. 296.

Kommentar

Brescia, von Ludwig II. noch mehrfach aufgesucht ( B-Zi 123, 151, 196), begegnet in den Urkunden dieses Bandes nur hier als Ausstellort. - Geschrieben wurde D 66 von einem sonst nicht weiter nachweisbaren Kanzlisten (in der Diktion Schiaparellis Johannes B), wie stets bei Munturkunden, zunächst ohne Signumzeile. Eine andere ungeübte Hand, die gleichfalls sonst nicht bezeugt ist, Johannes C, hat nachträglich, aber wohl noch vor der Ausfertigung, die Rekognitionszeile bis auf das Rekognitionszeichen ausradiert und dann eine neue Rekognitionszeile und eine Signumzeile hinzugefügt. Auch einige auffällige Nachzeichnungen und graphische Hervorhebungen einzelner Buchstaben gehen auf ihr Konto. Dahinter steht wohl die Absicht, den feierlichen Charakter der Urkunde zu betonen. Die Ergänzung eines Wortes im Text und eines kleineren Zeichens im Rekognitionszeichen stammen von einer weiteren Hand; vgl. Schiaparelli, Ricerche I, S. 20-21, 31-32, 40. - Zum hier erstmals begegnenden Kanzler Johannes, dem späteren Bischof von Cremona, vgl. Schiaparelli, Ricerche I, S. 14-15; Wattenbach/Levison/Löwe, S. 414-415; Pauler, Regnum Italiae, S. 147; Castagnetti, Veneto, S. 84-87; Rosenwein, Family Politics, S. 261f. - Zum Empfänger, einem sonst in der Frühzeit nicht weiter nachweisbaren Nonnenkloster, vgl. Kehr, IP VII/2, S. 216. Zu Capodistria südlich von Triest (heute Koper, Kroatien), s. ebd., S. 214ff. Der Intervenient Grimald (Grimoald) wird später Graf von Verona; vgl. bes. Reg. 1184. Der gleichfalls intervenierende Kapellan Beatus dürfte der gleichnamige Notar sein, der von 900 bis 903 in der Kanzlei nachweisbar ist (Regg. 1099 u.ö.); er könnte auch mit dem späteren Bischof von Tortona identisch sein; vgl. Reg. 1296 u.ö.; Schiaparelli, Ricerche I, S. 14; Hlawitschka, Franken, S. 187. Ob wir mit einem verlorenen Placitum zugunsten der Äbtissin zu rechnen haben, ist nicht sicher; vgl. Bougard, Justice, S. 394f. Nr. 21.

Nachträge (1)

Nachtrag von Dieter Rübsamen, eingereicht am 20.10.2015.

Lit.: P. Štih, Il diploma del re Berengario I del 908 e il monastero femminile di Capodistria, in: Atti del Centro di Ricerche Storiche, Rovigno 40 (2010), S. 67-98.

 

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1220, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0908-04-24_1_0_1_3_2_1227_1220
(Abgerufen am 27.07.2017).