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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Erzbischof Johannes (VIII. von Ravenna) teilt einem Amtsbruder (vielleicht dem Elekten von Fiesole) mit, daß die Leute des (Grafen) Dido unter Berufung auf die Königin (Bertilla) Besitzungen seiner Kirche in Salto (nördlich Bologna) okkupiert haben (dicentes se reginae auctoritate facere talia), und bittet ihn, der Angelegenheit nachzugehen (diligenter requiratis et requisita tam aput reginam quam aput ipsum Didonem vestro Studio rescribatis).

Überlieferung/Literatur

Brief des Erzbischofs Johannes (VIII.) von Ravenna, ed. Loewenfeld, Acht Briefe, Nr. 2 S. 521 f. (undatiert).

Kommentar

Mit Reg. 1215 setzt eine Reihe von Schreiben aus einer unvollständig überlieferten Ravennater Briefsammlung ein, die für die Geschichte Berengars, insbesondere für seine von Erzbischof Johannes VIII. (nicht XI.) von Ravenna (dem späteren Papst Johannes X.) unterstützten Bemühungen, von Papst Sergius III. zum Kaiser gekrönt zu werden, von großem Quellenwert ist; vgl. Loewenfeld, a.a.O., S. 515-517; Buzzi, Ricerche, S. 150ff.; Venni, Giovanni X, S. 14; Fasoli, I re d'Italia, S. 80 Anm. 22; Mor, L'età feudale I, S. 103 Anm. 82; Arnaldi, Berengario I, S. 22f.; Hiestand, Byzanz, S. 122f. - Die chronologische Einordnung der undatierten Briefe, die zu Anfang des 10. Jahrhunderts auf der Rückseite eines liturgischen Rotulus des 5. Jahrhunderts eingetragen wurden, ist schwierig. Während Briefe 2-6 (Brief 1 kann unberücksichtigt bleiben) wohl in den Zusammenhang des Ravennater Schismas von Januar 907 gehören, dürften die beiden letzten Briefe (7-8) zu einem späteren Zeitpunkt (910/911), nicht lange vor dem Ableben des Papstes Sergius III., geschrieben worden sein. Sicherer Terminus post aller Briefe ist die Wahl des Ravennater Erzbischofs Johannes VIII. 904/5; vgl. BUZZI, a.a.O., S. 148. Terminus ante ist der Tod des Papstes Sergius III. vor September 911 ( J-L I, S. 447). - Zu Graf Dido, einem engen Vertrauten Berengars, der etwa zur selben Zeit auch im Umstand eines in Gegenwart Berengars abgehaltenen Placitum begegnet (Reg. 1250) und noch 918 in Verona bezeugt ist (Reg. 1331), vgl. Hlawitschka, Franken, S. 168f. - Zur Lage des abgegangenen Ortes Salto vgl. Gaudenzi, Il monastero di Nonantola I, S. 134f.; Mor, a.a.O., S. 67; Hlawitschka, a.a.O., Register. Zur möglichen Identifizierung des Empfängers mit dem in Brief 1 der Sammlung genannten, nicht naher bekannten Elekten von Fiesole vgl. Loewenfeld, a.a.O., S. 521, 524. - Vgl. zum historischen Hintergrund des Schreibens, das auch die guten Beziehungen zwischen Berengar und Johannes von Ravenna erkennen läßt, noch Loewenfeld, a.a.O., S. 522-524; Buzzi, a.a.O., S. 151; Venni, a.a.O., S. 15; Fasoli, a.a.O., S. 79f.; Mor, a.a.O., S. 66f.; Arnaldi, a.a.O., S. 23; Hiestand, a.a.O., S. 122f. m. Anm. 44-45; Heidrich, Ravenna, S. 32; Settia, Castelli, S. 91. Zur korrigierten Ravennater Bischofsliste, aus der mehrere Bischöfe mit Namen Johannes zu streichen sind, vgl. Picard, Le souvenir des évêques, S. 493-496, 747f. Tabelle 15.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1215, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0906-00-00_2_0_1_3_2_1222_1215
(Abgerufen am 29.03.2017).