Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

Sie sehen den Datensatz 409 von insgesamt 653.

Berengar überträgt seinem Getreuen Fontegio, auch Amezo genannt (fideli nostro Fontegio, qui alio nomine Amezo vocatur), auf Intervention und Bitten seiner Gemahlin Bertilla (Berctila dilectissima coniux et consors regni nostri a Deo nobis collati) drei Hörige (quosdam manentes iuris regni nostri), zwei in der Villa Ruveriones und einen in Aspe unweit vom Kloster S. Maria in Gaio (di Gazo), die zum Comitat von Verona gehören (pertinentes de comitatu Veronense), mit allen Pertinentien zu freiem Eigen. - Pön 10 Pfund Gold. - Ambrosius canc. ad vicem Ardingi episcopi et archicanc. - ME SR. SI D. - a. inc. 905, a. r. 18, Ind. 8. - "Noverit omnium".

Originaldatierung:
(II. Kal. Aug., Tulles)

Überlieferung/Literatur

Or. Verona, Arch. di Stato (vormals Arch. Comunali), S. Maria in Organo, Diplomi, n. 3 (A). - Kopie: Ebd., Mss. n. 6, "Liber privilegiorum S. Mariae in Organo" von 1518, fol. 25 (D). - Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 81 (mit Regest). - Drucke: Muratori, Antiq. Ital. I, Sp. 787-788; Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. 56 S. 158-159; Fainelli, CD Veronese II, Nr. 68 S. 79-81. - Regg.: B 1334; Dümmler, Gesta, Nr. 49; Cipolla, Verzeichniss, Nr. 30; Cipolla, Fond edite, Nr. 137 S. 58.

Kommentar

Mit D 56 setzt eine Reihe von sieben Urkunden Berengars ein, die dieser angeblich innerhalb von nur drei Tagen zwischen dem 31. Juli und dem 2. August in Torri del Benaco und in Peschiera del Garda am östlichen Ufer des Gardasees (Prov. Verona) für verschiedene Veroneser Empfänger ausgestellt hat. Insbesondere das im Datum allein fünfmal genannte Torri del Benaco begegnet nur in jenen Tagen als Ausstellort (vgl. Baur, Reichsgut in Venetien, S. 22f.; s. auch Reg. 1171), ein deutliches Indiz für die Ausnahmesituation, in der alle diese Urkunden entstanden sind. Die Annahme insbesondere Schiaparellis, Ricerche III, S. 147-152, daß die Urkundenreihe erst nach der (von ihm auf den 21. Juli datierten) Wiedereinnahme Veronas ausgestellt wurden, ist wenig plausibel. Ort und Datum aller sieben Urkunden lassen es viel wahrscheinlicher erscheinen, daß sich Berengar damals dem von Ludwig noch gehaltenen Verona etwa bis auf eine Tagesreise genähert hatte und auf eine Möglichkeit sann, seinen Rivalen auszuschalten; bei dieser Gelegenheit scheint er zahlreichen Getreuen für den Fall seines Sieges Privilegien versprochen zu haben. Speziell die auf den 1. August datierten vier Diplome Berengars werden kaum alle an diesem einen Tag fertiggestellt worden sein, das Datum wird sich vielmehr auf die Handlung beziehen; vgl. bes. Regg. 1198 u. 1201. Möglicherweise wurden alle sieben Urkunden erst nach der Vertreibung Ludwigs in den anschließenden Wochen fertiggestellt. - Verfaßt wurde D 56 wieder vom Kanzler Ambrosius, geschrieben als Charta Transversa von seinem Hauptschreiber A; vgl. Schiaparelli, Ricerche I, S. 29, 104ff. Die Rekognitionszeile wurde auf zwei Zeilen verteilt, wohl weil das üblicherweise sich anschließende Siegel sonst viel zu weit nach rechts gekommen wäre. Schiaparelli, Regest im Arch. paleogr. ital., a.a.O., vermutet stattdessen, daß die Rekognitionszeile erst nach der Anbringung des Siegels geschrieben wurde. - Zu S. Maria in Organo zu Verona, an das der Besitz des Fontegio später gefallen sein muß, s. B-Zi 704; zu Fontegio selbst s. Varanini, Aspetti, S. 211; Castagnetti, Veneto, S. 223f. Zu S. Maria di Gazo (in Gazzo Veronese 36 km südlich von Verona, aber Prov. Verona), das Pertinenz von S. Maria in Organo war, s. B-Zi 232, Regg. 877,884 u. 1201; vgl. auch Giuliari, Il veronese all'epoca romana, S. 14; Mor, Dalla caduta, S. 93f.; Baur, Das Reichsgut in Venetien, S. 37,115-117 (mit der Karte). - Die nach Aussage der Urkunde unweit des Klosters S. Maria di Gazo gelegenen Orte Aspe und Ruveriones hat Baur, a.a.O., in seine Karte eingezeichnet (vgl. ebd. S. 37), doch scheinen sie abgegangen zu sein. - Vgl. auch Castagnetti, Le comunità, S. 45.

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1196, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0905-07-31_1_0_1_3_2_1202_1196
(Abgerufen am 29.05.2017).