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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Berengar, der sich (von Corteolona aus) zunächst nach Verona zurückgezogen hat, muß vor dem mit überlegenen Streitkräften anrückenden Ludwig (III.) Verona räumen und findet in Bayern Zuflucht (Regino: in Baioaria exulabat).

Überlieferung/Literatur

Regino v. Prüm a. 905, ed. Kurze, S. 150: Ludowicus ... Berengarium de Italia expulit atque omne illud regnum suae ditioni subegit; Liutprand, Antapodosis II, 37, ed. Becker, S. 54: Videns itaque Berengarius, quod Hulodoicus tam ab Italiensium quam a Tuscorum susciperetur principibus, Veronam profectus est. Hulodoicus vero eum ... persequi non desistens, Verona etiam illum expulit totumque sibi regnum viriliter subiugavit.

Kommentar

mor, Dalla caduta, S. 234f., der sich mit der Chronologie der damaligen Ereignisse intensiv befaßt hat, schließt einen Zug Berengars nach Bayern (so noch Dümmler, Geschichte III2, S. 537) kategorisch aus, da er Verona erst um den 10. Juli erreicht haben könnte und, nach seiner anschließenden Flucht vor Ludwig III., bereits am 21. Juli wieder in die Stadt eindringe und Ludwig blenden ließe. Nun steht aber der 21. Juli als Datum der Blendung Ludwigs III. keinesfalls fest, ein Termin Anfang August ist sogar wahrscheinlicher (vgl. Regg. 1194, 1204A). Doch auch in diesem Fall bleibt für einen Zug Berengars bis nach Bayern keine rechte Zeit. Man kann allenfalls erwägen, daß Berengar auf der Brennerstraße in Richtung Norden gezogen ist und vielleicht schon Trient passiert hat, ehe er gesundet und zum Gegenschlag ausholt. Mor, a.a.O., denkt daran, daß sich die Königin Bertilla damals nach Norden begeben hat, um den Widerstand für den erkrankten Gemahl (vgl. das vorige Reg.) zu organisieren. Vgl. noch Hartmann, Geschichte III/2, S. 181; Baur, Reichsgut in Venetien, S. 28; Arnaldi, Berengario, S. 21.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1192, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0905-06-20_1_0_1_3_2_1198_1192
(Abgerufen am 25.03.2017).