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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Berengar schenkt und bestätigt (offerimus, largimur et confirmamus) dem Kloster St. Gallen (beatissimi confessoris Cristi Galli monasterium, in quo corporis eius sanctissima gleba quiescit) auf Bitten des Bischofs Salomon (III. von Konstanz), dem St. Gallen anvertraut ist (cuius cure ac providencie s. Galli cenobium commissum perpenditur), und auf Intervention seines Pfalzgrafen Siegfried die königliche Abtei Massini (abbaciam nostram que Massini nominatur, cuius ecclesia in honore s. Dei genitricis semperque virginis Marie dicata consistit [Massino Visconti, Prov. Novara]) im Comitat von Stazzona (in comitatu Stacionensi) (heute Angera, Prov. Varese) mit allen Pertinentien. - Pön 100 Pfund Gold. - Ambrosius canc. ad vicem [Ardingi] episcopi et archicanc. - a. inc. 904, a. r. 23, Ind. 7. - "Si benivola".

Originaldatierung:
(Kal. Iun., palacio Ticinensi)

Überlieferung/Literatur

Kopie: Luzern, Staatsarchiv, Fasz. "Abtei St. Gallen, Rechte und Freiheiten des Gotteshauses St. Gallen", a. 1493 (D). - Drucke: Wartmann, UB St. Gallen II, Nr. 734 S. 337; Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. 45 S. 130-132. - Regg.: Dümmler, Gesta, Nr. 41; Hidber, Schweiz. Urkundenregister I, Nr. 197.

Kommentar

Das verderbte Regierungsjahr müßte korrekt 17 lauten. - Das schwülstige Formular läßt auf Empfängerdiktat schließen. Die Abtei Massino war von Karl III. dem Erzkanzler Liutward übertragen worden mit der Bestimmung, daß sie nach dessen Tod an St. Gallen fallen solle; s. D Ka.III.92a ( B-Zi 732, Dep.). Otto d. Gr. bestätigt 962 die Urkunden Karls III. und Berengars ausdrücklich und lehnt sich dabei eng an den Text der Berengar-Urkunde an (ed. Hirsch, St. Gallen und die Visconti, S. 116-118 Nr. 1). Der noch von Wartmann geäußerte Fälschungsverdacht ist daher nicht stichhaltig. Allerdings fordert die schlechte Überlieferung zu zahlreichen Emendationen auf. - Zur wechselvollen Geschichte des Klosters vgl. Biscaro, I maggiori dei Visconti, bes. S. 36ff.; Hirsch, a.a.O. Ursprünglich hatte Ludwig II. die Abtei dem Grafen Hermenulf von Stazzona übertragen (Dep. B-Zi 245). Vgl. auch noch D Ka.III.56 ( B-Zi 695); Vorbemerkung zu D Ka.III.92a. - Zu Graf Hermenulf s. Hlawitschka, Franken, S. 177-179. Pfalzgraf Siegfried von Piacenza ist zuletzt in Reg. 1168 begegnet. Zu Bischof Salomon III. von Konstanz (890-919), der Anfang 904 nach Rom gezogen ist (vgl. J-L 3533 = GP II/2, S. 39 Nr. 2) und auf dem Rückweg anscheinend Berengar in Pavia aufgesucht hat, vgl. Maurer, Bischofssitz, bes. S. 24,38; Helvetia Sacra 1,2/1, S. 252-254.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1172, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0904-06-01_1_0_1_3_2_1178_1172
(Abgerufen am 23.01.2017).