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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Die Ungarn fallen neuerlich in Oberitalien ein.

Überlieferung/Literatur

Vgl. Liutprand, Antapodosis II, 42, ed. Becker, S. 56: Hungariorum interea (nach dem Bericht über die Blendung Ludwigs DI. etwa Anfang August 905 = Reg. 1204A) rabies ... totam per Italiam nullis resistentibus dilatatur.

Kommentar

Über den genauen Zeitpunkt und das Ausmaß dieses Ungarneinfalls liegen keine näheren Nachrichten vor. Was sich aus den verstreuten Hinweisen, darunter in den Urkunden Berengars, entnehmen läßt, hat Fasoli, Incursioni ungare, S. 114-116, zusammengetragen. Terminus ante ist das nachfolgende Diplom für Bergamo, in dem von der gerade erfolgten Zerstörung der Stadt durch die Ungarn die Rede ist (vgl. dort). Die auf den 23. Juni datierte Urkunde scheint schon Ende Februar in Monza verabredet (vgl. das folgende Regest), aber erst jetzt in Pavia ausgestellt worden zu sein. Möglicherweise hängt der übereilte Abzug aus Monza Ende Februar und die große Zeitspanne, die bis zur Ausstellung des Stückes verging, mit dem Auftauchen der Ungarn zusammen. In D 43 (Reg. 1170) vom 21. Febr. aus Monza, gleichfalls für Bergamo, ist von den Ungarn jedenfalls noch nicht die Rede. - Fasoli vermutet auch, daß Berengar Verhandlungen aufgenommen hat, die mit einem regelrechten 15jährigen Waffenstillstand endeten und Italien endlich Ruhe brachten. Daß Kontakte zwischen Berengar und den Ungarn bestanden, geht aus Liutprand, a.a.O. (in Fortführung des obigen Zitats), klar hervor: Verum quia Berengarius firmiter suos milites fideles habere non poterat, amicos sibi Hungarios non mediocriter fecerat. - Vgl. noch Fasoli, I re d'Italia, S. 68; Mor, L'età feudale I, S. 61; Arnaldi, Berengario I, S. 21f.; Settia, Ungari, S. 191.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1174, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0904-00-00_1_0_1_3_2_1180_1174
(Abgerufen am 22.07.2017).