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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Berengar überträgt der bischöflichen Kirche von Modena (s. Mutinensis ecclesia) auf Bitte des dortigen Bischofs Gottfried, der durch den Erzkapellan Egilulf, Bischof (von Mantua) (interventu Hegilulfi episcopi nec non et sacri palacii nostri archicapellani), an ihn herangetreten ist, zu seinem Seelenheit das bislang zum Comitat von Reggio gehörende Königsland (terram iuris regni nostri) im Ort (locus) Quarantula (Quarantoli, Com. Mirandola, Prov. Modena) mit dem zugehörigen Fischplatz (piscaria) und mehreren namentlich genannten Weiden (campi), den zugehörigen, namentlich genannten Häfen und den Ufergeldern des Bundino (Bondeno, s. Reg. 1031) in bezeichneter Ausdehnung zu freiem Eigen. - Pön 60 Pfund Gold. - Ambrosius ad vicem Hardingi archicanc. - M. SR. SI D. - a. inc. 902, a. r. 15, Ind. 5. - "Dum locis".

Originaldatierung:
(VII. Id. Aug., civitate Papia)

Überlieferung/Literatur

Verunechtete Nachzeichnung in Diplomform: Modena, Arch. Capitolare, perg. A. 10.1, Ende 10. Jh. (B). Zu zwei jüngeren Kopien vgl. Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, S. 380. - Drucke: Sillingardus, Catalogus ep. Mutinensium, S. 35-37 (daraus Auszüge bei Vedriani, Historia di Modona I, S. 413-414); Ughelli, Italia sacra II1, Sp. 125-126 = II2, Sp. 101-102; TIRABOSCHI, Mem. stor. Modenesi I, Cod. diplom., Nr. 63 S. 84; Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. † 7 S. 380-382. - Regg.: B 1319; Dümmler, Gesta, Nr. 34; Vicini, Regesto di Modena, Nr. 34 S. 54. Vgl. schon Sigonio, Hist. de Regno Italiae libri viginti (Opera II), Sp. 381.

Kommentar

schiaparelli hat D † 7 für ein unter Verwendung zweier weiterer Diplome Berengars für Modena (DD 24 u. 48 = Regg. 1081 u. 1176) hergestelltes Spurium gehalten. Allerdings muß er einräumen, daß ein rechter Fälschungsgrund (er glaubt, daß man in Modena den Zeitpunkt der Schenkung um zwei Jahre habe zurückverlegen wollen) nicht erkennbar ist. Die inhaltlichen Übereinstimmungen mit dem genannten D 48 sind vielmehr so weitgehend, daß man allenfalls von einer formalen Fälschung sprechen kann. Bedenken erweckt allein jener Passus der Narratio, in dem von einem nostre imperialis auctoritatis preceptum die Rede ist. Für die substantielle Echtheit des Stückes spricht aber vor allem die Bezeichnung des Bischofs Egilulf von Mantua als archicapellanus, die urkundlich sonst nicht bezeugt ist. Wir wissen nämlich durch ein Inventar der Kapelle Berengars, daß Egilulf tatsächlich dort eine leitende Funktion bekleidet hat; vgl. Reg. 1311. Ein Fälscher wird diesen Titel jedenfalls nicht erfunden haben, und in seinen angeblichen Vorlagen steht er gerade nicht. Ich halte daher D † 7 für die spätere, allenfalls unbedeutend "modernisierte" Nachzeichung eines authentischen Präzepts Berengars, das sich zum 7. August 902 gut ins Itinerar einfügt. Auch der neue Erzkanzler Arding, Bischof von Brescia (901-922) und Bruder der Gemahlin Berengars, Bertilla, der ein halbes Jahr später zweifelsfrei als Erzkanzler bezeugt ist (erstmals in Reg. 1160), könnte ohne weiteres schon im August 902 sein Hofamt angetreten haben; vgl. Schiaparelli, Ricerche I, S. 10; allgemein zu Arding s. Pratesi, in: Dizion. biografico degli Italiani IV, S. 35. - Zum Empfänger s. schon B-Zi 190. Zum Erzkapellan Egilulf, der 894 als Bischof von Mantua eine Urkunde Berengars erhalten hat (s. Reg. 972), vgl. noch Schiaparelli, Ricerche I, S. 5.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. †1158, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0902-08-07_1_0_1_3_2_1162_F1158
(Abgerufen am 24.05.2017).