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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Berengar rückt mit starker Heeresmacht gegen Ludwig vor und zwingt diesen, Italien zu verlassen. Auch muß er schwören, nie wieder nach dorthin zurückzukehren (Cumque Hulodoicus Berengario sibi obviam venienti magnas adesse copias, sibi vero cerneret parvas, iureiurando ei hoc terrore compulsus promisit, ut, si se tunc dimitteret, aliquibus promissionibus accitus amplius in Italiam non veniret).

Überlieferung/Literatur

Liutprand, Antapodosis II, 35, ed. Becker, S. 53f. Vgl. Cat. reg. Langob. et Italic., ed. Waitz, S. 503: Post obitum Lamberti venit Hludowicus ... fraudulenter et subripuit regnum annum I et menses X. Deinde persecutus est a Berengario et fugit in Provinciam.

Kommentar

Ludwig urkundet zuletzt am 12. Mai in Pavia (Reg. 1153), Berengar dort bereits wieder am 17. Juli (s. das folgende Reg.). Die Zeitangabe des zit. Königskatalogs führt gleichfalls auf den Juli 902 (gerechnet von Oktober 900 an). In Vienne ist Ludwig erstmals wieder am 11. November bezeugt: Poupardin, Recueil, Nr. 41. Zu den aufschlußreichen Datierungen der italischen Chartae vgl. Schiaparelli, Ricerche III, S. 145. Noch im August 903 wird in einer Spoletiner Charta nach Ludwig III. datiert (a. imp. Lu. 3, Ind. 6); vgl. Liber instrumentorum mon. Casauriensis, Faksimiledruck fol. 122r. - Über die Ursachen des Stimmungsumschwungs zugunsten Berengars lassen sich nur Vermutungen anstellen. Zum Jahre 901 melden einige Chronisten einen neuerlichen Ungarneinfall, der allerdings nicht das Ausmaß des ersten Einfalls gehabt haben kann; vgl. Fasoli, Incursioni ungare, S. 66, 113. Immerhin könnte die Tatenlosigkeit Ludwigs gegenüber den Ungarn zur wachsenden Unmut der italischen Großen beigetragen haben. Daß die Ungarn formal als Hilfstruppen Berengars auf getreten sind, vermutet Settia, Ungari, S. 191. Nach Liutprand von Cremona hätte der Parteiwechsel Adalberts II. von Tuszien den Ausschlag zugunsten Berengars gegeben. Fasoli, I re d'Italia, S. 67, nimmt an, daß Liutprand Adalbert von Tuszien mit Adalbert von Ivrea verwechelt hat, der etwa damals die Tochter Berengars, Gisela, geheiratet haben dürfte. - Einen ähnlichen Eid hatte einst auch Kaiser Ludwig II. dem Fürsten Adelchis von Benevent geleistet; vgl. B-Zi 330. - Vgl. Dümmler, Geschichte III2, S. 536; Poupardin, Provence, S. 179f.; Schiaparelli, Ricerche III, S. 143-145; Hartmann, Geschichte III/2, S. 181; Fasoli, a.a.O., S. 66f.; Mor, L'età feudale I, S. 59; Hiestand, Byzanz, S. 103f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1155, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0902-06-00_1_0_1_3_2_1159_1155
(Abgerufen am 23.01.2017).