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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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[Berengar] erlaubt seinem Getreuen Lupus auf Bitten des Bischofs Petrus von Reggio (nell'Emilia) und des Grafen Alboin in der Villa Gurgo (Gorgo, Com. San Benedetto Po, Prov. Mantua) oberhalb des Flusses Bondenus (vgl. Bondeno, Com. Gonzaga, Prov. Mantua) im Comitat von Reggio wegen der Ungarngefahr (pro iminenti sevorum Ungrorum vastatione) ein Kastell zu errichten (concedimus licentiam castellum hedificandi), nach Gutdünken zu befestigen, in der Umgebung des Kastells Wasserwehre (clusas) und Mühlen anzulegen und Fischfang zu betreiben. Auch braucht er mit seinen Leuten das Grafen- und Schultheißengericht nur in Anwesenheit eines Königsboten aufzusuchen. Schließlich erhält er die Erlaubnis, venezianische und sonstige (Handels-) Schiffe vom Po in die Gonzaga (Fiume-Gonzaga bei Gonzaga, Prov. Mantua) und von dort in den Bondilus (wohl der oben genannte Bondenus) zu geleiten und Jahrmärkte einzurichten. - Introitusverbot. - [ ... ]. - Ohne Eschatokoll und Protokoll.

Überlieferung/Literatur

Kopien: Novara, Arch. Storico Diocesano (vormals Arch. Capitolare), Pergamene, 20 (vormals Documentario episcopale I, n. 2): Rotulus des 10. Jh., doc. n. 15 (unvollst.) (B). - Drucke: Schiaparelli, Il Rotolo di Novara, Nr. 11 S. 27-28; Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. 94 S. 249-250; Gabotto, Le carte di Novara, Nr. 23 S. 34-35. - Regg.: Jaksch, Unedirte Diplome aus Novara, Nr. 5 S. 451 (zu ca. 905); Cipolla, Fonti edite, Nr. 144 S. 59 (zu ca. 905).

Kommentar

Die vage chronologische Einordnung kann sich nur auf die Nennung des Bischofs Petrus von Reggio stützen, der in den Urkunden Berengars von 902 bis 913 begegnet (vgl. zuletzt Reg. 1278). Ein enger Diktatzusammenhang besteht mit dem gleichfalls undatierten, wohl etwas jüngeren D 102 (Reg. 1312); vgl. auch Reg. 1254; s. Schiaparelli, Ricerche I, S. 123-125. - Zu Graf Alboin, der kaum mit dem in Regg. 1238/39 genannten Markgrafen von Istrien identisch ist (so aber Hlawitschka, Franken, S. 117), sondern mit dem 899/900 bezeugten gleichnamigen Vasallen des Bischofs Petrus von Reggio ( Torelli, Le carte reggiani, Nr. 29 S. 79), vgl. Fumagalli, Vescovi e conti, S. 138f., der Alboin für den Grafen von Reggio hält. Bischof Wido von Piacenza (s. Reg. 1291) scheint aus jenem Geschlecht zu stammen, dessen Stammsitz das von Lupus erbaute Kastell in Gorgo war; vgl. Fumagalli, a.a.O., S. 150ff., bes. S. 171; Fumagalli, Terra e società, S. 112f.; s. aber Rosenwein, Family Politics, S. 272f. m. Anm. 135. - Zum Urkundentyp s. zuletzt Reg. 1258. Vgl. noch Schneider, Burg und Landgemeinde, S. 305f.; Rossetti, Signorie di castello, S. 251f.; Frison, Incursioni ungare, S. 60; Settia, Castelli, S. 98 Nr. 15, 99; Panero, Servi, S. 577.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1281, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0902-00-00_2_0_1_3_2_1291_1281
(Abgerufen am 18.10.2017).