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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Ludwig bestätigt der bischöflichen Kirche von Bergamo (s. Bergamensis ecclesia) auf die durch seine consiliarii, Bischof Garibald (von Novara), Pfalzgraf Siegfried (von Piacenza) und Graf Adelelmus (von Valence) hin (per Garibaldum venerabilem episcopum et Sigefredum sacri palatii comitem nec non et Adelelmum illustrem comitem dilectos consiliarios nostros) vorgetragene Bitte des Bischofs Adalbert von Bergamo (Adelbertus reverentissimus sanctae Bergamensis ecclesiae presul nosterque fidelissimus) die urkundlichen Verfügungen seiner Vorgänger und überläßt ihrem Patron, dem Hl. Alexander (eidem venerabili martyri Alexandro, ... cuius corpus humatum quiescit iusta urbis Bergami muros), die königliche Curtis Morgula (Borgo Palazzo in Bergamo) im Comitat von Bergamo am gleichnamigen Fluß mit allem Zubehör, aber mit Ausnahme jenes Teils, den er bereits dem Bischof Adalbert von Bergamo urkundlich zu freiem Eigen (precepti inscriptione proprietario iure) geschenkt hat (Dep., vgl. Reg. † 1135). - Pön 100 Pfund Gold. - Abgeschnittenes Eschatokoll. - "Si hominis".

Überlieferung/Literatur

Pseudo-Original Bergamo, Bibl. Civica, perg. 3161,10. Jh. (A). - Kopien: Bergamo, Arch. della Curia vescovile, Liber Censualis episcopi Barotii (1464-1470), fol. 300v n. 6 (D); ebd., Arch. Vescovile, Privilegi del vescovato di Bergamo, Ms. 16. Jh., fol. 16. Eine weitere Kopie 18. Jh. ( Lupi) verzeichnet Schiaparelli, I Diplomi italiani di Lodovico III, S. 69. - Faksimile: ed. Pergamene di Bergamo, Taf. 202 (mit Transkription Textbd., S. 341-342). - Drucke: Celestino, Historia quadripartita di Bergamo, pars II/2, S. 406-407; Lupi, CD Bergomatis II, Sp. 11-12; CD Langob., Nr. 398 Sp. 670-671; Schiaparelli, I Diplomi italiani di Lodovico III, Nr. † 2 S. 69-71. - Reg.: Dümmler, Gesta, Nr. 9.

Kommentar

Die chronologische Einordnung ergibt sich durch den Kaisertitel und durch die Erwähnung des Machwerks in dem etwas jüngeren Spurium D † 3 (das folgende Reg.) von angeblich 901 Mai 23. - D † 2 ist eine Ganzfälschung auf der Grundlage von Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. 43 (Reg. 1170, vgl. dort). Hintergrund ist der lange Streit zwischen den beiden Kapiteln von S. Vincenzo und S. Alessandro in Bergamo, die beide für sich das Recht in Anspruch nahmen, die eigentliche Bischofskirche zu sein; vgl. ausführlich Schiaparelli, Ricerche III, S. 171-178. Während Berengar die Curtis ausdrücklich S. Alessandro übertragen hat, wollten die Kanoniker von S. Vincenzo mit ihrem Spurium einen Rechtsanspruch auf die ganze Curtis erlangen. Der Fälscher hat sich bemüht, die Schrift von Arnulf A, des Hauptschreibers Ludwigs III., zu imitieren. In dem nachfolgenden jüngeren Spurium hat man sich bereits unseres Stückes als Vorlage bedient. 1189 wird der Streit endgültig beigelegt. - Eine echte Urkunde, die den beiden Fälschungen zugrundeliegen dürfte und aus der vielleicht das Datum des nachfolgenden Spurium (23. Mai) stammt, nimmt Schiaparelli an und weist ihr unter den Deperdita eine eigene Nummer zu ( Schiaparelli, I Diplomi italiani di Lodovico III, Diplomi perduti, Nr. 7 S. 91).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. †1136, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0901-02-00_2_0_1_3_2_1140_F1136
(Abgerufen am 22.01.2017).