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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Ludwig bestätigt der bischöflichen Kirche von Arezzo (s. Aritina ecclesia) auf die durch Markgraf Adalbert (II.) von Tuszien (per Adelbertum illustrem Tusciae marchionem fidelem nostrum) und die Grafen Siegfried (von Piacenza) und Adelelm (von Valence) (Sigefridum atque Adelelmum karissimos comites nostros) während des Wahlakts in der Pfalz zu Pavia (vgl. Reg. 1111) vorgetragene Bitte des Bischofs Petrus (III.) von Arezzo alle Schenkungen seiner königlichen und kaiserlichen Vorgänger sowie alle päpstlichen Verleihungen, nimmt die Kirche in seinen Schutz (sub nostri regiminis tuitione et defensione ... recipientes) und bekräftigt die Immunität ihres Besitzes. - Pön 100 Pfund Gold. - Arnulfus not. ad vicem Liutuhardi archicanc. - MF. SR. SI D. - a. inc. 900, a. r. 1. - "Si petitionibus sacerdotum".

Originaldatierung:
(IIII. Id. Oct., Papiae)

Überlieferung/Literatur

Or. Arezzo, Arch. Capitolare, perg. n. 29 (A). - Jüngere Kopien 17./18. Jh. verzeichnet Schiaparelli, I Diplomi italiani di Lodovico III, S. 5. - Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 3 (mit Regest). - Drucke: Gamurrini, Istoria geneal. I, S. 78-79 (mit Arnulphus protonot. advicem Everardi archicap. rogati) = Soldani, Historia monast. de Passiniano I, S. 66; Muratori, Antiq. Ital. I, Sp. 87-88 = Origines Guelficae I, Nr. 7 S. 235-237; Pasqui, Documenti di Arezzo I, Nr. 53 S. 75-76; Schiaparelli, I Diplomi italiani di Lodovico III, Nr. 2 S. 5-8; ders., Trascrizioni dei facsimili (dell'Arch. paleogr. ital. IX) tav. 3, S. 17-24. Zahlreiche Erwähnungen und Auszüge in älteren Werken verzeichnet Schiaparelli, I Diplomi italiani di Lodovico III, S. 5f. - Regg.: B 1455; Dümmler, Gesta, Nr. 1.

Kommentar

Das auffällige Fehlen der Indiktion in der Datierung findet eine Parallele in D 14 (Reg. 1142), das zwar von anderer Hand stammt, aber gleichfalls vom Notar Arnulf rekognosziert wurde. Zu diesem und zum Hauptschreiber Ludwigs III., Arnulf A, der auch D 2 mundiert hat, vgl. schon das vorige Reg. Der Erzkanzler Liutward, der in D 4 (Reg. 1115) auch consiliarius genannt wird, ist Bischof von Como (Liutward I., 888-902); vgl. Helvetia Sacra VI, S. 87-89 (zu korrigieren die Amtsdaten bei Keller, Struktur, S. 215). Er wird zu den geistlichen Wählern des neuen Königs gehört haben, auch wenn seine Teilnahme an der Erhebung nicht direkt gesichert ist. Zu Graf Siegfried von Piacenza s. Hlawitschka, Franken, S. 264-268; Keller, a.a.O., S. 218f.; vgl. schon Reg. 931 u.ö. Zu Graf Adelelm von Valence s. Poupardin, Le royaume de Provence, S. 203; Hlawitschka, a.a.O., S. 80 Anm. 53, 266; Keller, a.a.O., S. 207. - Der Druck Gamurrinis weist viele Lücken und Verlesungen auf, was nur durch die Benutzung einer schlechten, wohl spätmittelalterlichen Kopie zu erklären ist; auf die abweichende Rekognitionsformel ist daher kaum etwas zu geben. - VU ist D Ka.III.50 ( B-Zi 684), NU ein von Ludwig III. selbst nach seiner Kaiserkrönung ausgestelltes Privileg (Reg. 1127); vgl. auch Schiaparelli, Ricerche III, S. 113-117, 933 bestätigen Hugo und Lothar die Besitzungen der Kirche von Arezzo ( Schiaparelli, I Diplomi di Ugo e di Lotario, Nr. 33). Zu Bischof Petrus III. von Arezzo vgl. neben Reg. 1127 noch Regg. 1317 u. 1320. - Zu dem bemerkenswerten Hinweis auf die Wahl Ludwigs III. in Pavia, die schon vordem 12. Oktober stattgefunden haben muß, vgl. Reg. 1111; Schiaparelli, Ricerche III, S. 134-135.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1113, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0900-10-12_1_0_1_3_2_1117_1113
(Abgerufen am 26.03.2017).