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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Berengar überträgt seinem Getreuen Folcoin alias Wasingo (Folcoino qui et Vuasingoni fideli nostro) für dessen Dienst (pro apto et salubri servitio) auf Bitten seiner Gemahlin Bertilla (Berctila dilecta coniux nostra) aus Königsgut (pertinens ex nostra regali potestate) die Curtis und das Castrum im Ort Graupello (Gropello Cairoli, Prov. Pavia) mit allen Pertinentien zu freiem Eigen und verbietet allen Amtsträgern, dort in irgendeiner Weise tätig zu werden. - Pön 100 Pfund Gold. - Beatus not. ad vicem Liutuvardi episcopi et archicanc. - a. inc. 891, a. r. 2, Ind. 4. - "Si nostrorum fidelium".

Originaldatierung:
(VII. Id. Iun., Papię civitate palacio regio)

Überlieferung/Literatur

Or. ehemals Pavia, Arch. Civico (schon 1903 verschollen). - Drucke: Mühlbacher, Unedirte Diplome III, Nr. 11 S. 452-453 (zu 889), nach einer von Bethmann 1854 vom Or. angefertigten Kopie = Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. 32 S. 96-98. Erwähnt schon von Pessani, Dei palazzi reali, S. 105 (zu 891 Juni 10); Robolini, Notizie II, S. 45 Anm. 1 (aus neuerer Überlieferung) = CD Langob., Sp. 644 (unter den Spuria 9. Jh.). - Vgl. Pertz, in: Archiv 12, S. 625.

Kommentar

Die Echtheitsbedenken, die von Pessani und Robolini sowie von den Herausgebern des CD Langob. gegen das schon um die Jahrhundertwende von Schiaparelli vergeblich gesuchte Original erhoben wurden, können sich nur auf die offensichtlich fehlerhaften Datierungsangaben stützen und sind daher nur wenig begründet, zumal Bethmann an dem originalen Charakter des Stückes seinerzeit nicht gezweifelt hat. Das kanzleigemäße Diktat ist gerade für die von Beatus rekognoszierten Stücke typisch, dem überdies auch in seinen anderen Urkunden grobe Datierungsfehler unterlaufen sind; vgl. Schiaparelli, Ricerche I, S. 103; speziell zur Datierung s. ebd., S. 88f. Entscheidend für die Einordnung zu 900 ist die Erwähnung des Erzkanzlers Liutward, wohl Bischof von Alba (nicht zu verwechseln mit Bischof Liutward von Vercelli oder Bischof Liutward von Como); vgl. schon Reg. 1100. Die Indiktion führt aber auf 901; Inkarnationsjahr (891!) und Regierungsjahr (889!) sind völlig verderbt. - Bertilla war zuletzt in Reg. 1076 als Intervenientin begegnet. Zur Sache vgl. Rossetti, Signorie di castello, S. 252, 271; Settia, Pavia, S. 143; Rossetti, Castelli, S. 77,99. - Vgl. noch Dümmler, Geschichte III2, S. 313 Anm. 4.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1102, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0900-06-07_1_0_1_3_2_1105_1102
(Abgerufen am 25.06.2017).