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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Schlacht und Niederlage gegen die Ungarn: An der Brenta stellen sich die flüchtenden Ungarn (vgl. Reg. 1094) abermals dem nachrückenden Heer Berengars und bieten Friedensverhandlungen an. Als diese abgelehnt werden, greifen die Ungarn unerwartet mit dem Mute der Verzweiflung das überraschte christliche Heer an und vernichten es völlig.

Überlieferung/Literatur

Liutprand, Antapodosis II, 13-15, ed. Becker, S. 43-45. Vgl. die übrigen in Reg. 1094 genannten Quellen. Das genaue Datum wieder im Cat. abb. Nonant. a. 899, ed. Waitz, MGH SS rer. Langob., S. 572: Indictione III, VIII. Kal. Oct., iuncxerunt se Christiani cum eis in bello ad flumen Brenta, ubi multa milia Christianorum interfecta sunt ab eis et alios fugaverunt.

Kommentar

Die aus den Alpen bei Trient kommende Brenta erreicht die Poebene bei Bassano del Grappa (Prov. Vicenza), ehe sie nördlich von Padua der Adria zustrebt (die Mündung liegt heute bei Chioggia). Berücksichtigt man den Fluchtweg der Ungarn, so wird der Ort der Schlacht Östlich von Vicenza unweit von Cittadella zu suchen sein. - Die Ann. Fuld. cont. Altah. a. 900, ed. Kurze, S. 134, sprechen von 20 000 Toten auf christlicher Seite, was sicherlich übertrieben ist, da das ganze christliche Heer nach Johannes diac. Venet, ed. Monticolo, S. 130, nur 15 000 Mann stark gewesen sein soll. Nach Regino v. Prüm a. 901, ed. Kurze, S. 148, sind auch viele Bischöfe und Grafen gefallen, von denen wir allerdings niemand namhaft machen können (der Graf Eberhard, ein alter Kampfgefährte Widos, soll auf der Flucht umgekommen sein: Gesta Bereng. lib. II, v. 48, mit Glosse; vgl. Hlawitschka, Franken, S. 179). - Berengar, der erst im März 900 wieder in Pavia bezeugt ist (Reg. 1099), ist offensichtlich die Flucht gelungen. Zu den weitreichenden Folgen der schweren Niederlage für seine Herrschaft vgl. Reg. 1110. - Vgl. die in Reg. 1094 angeführte Lit., insbes. Fasoli, Incursioni ungare, S. 94f. Zur Kampfestechnik der Ungarn s. Settia, Ungari, S. 193. Vgl. noch Regg. 1097 u. 1103.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1096, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0899-09-24_1_0_1_3_2_1099_1096
(Abgerufen am 23.01.2017).