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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Lambert trifft sich zusammen mit seiner Mutter, der Kaiserin Ageltrude, auf dem Weg nach Rom in Spoleto mit dem Markgrafen Wido (IV.), der gemeinsam mit ihnen nach Rom weiterzieht (predictus marchio [Wido IV.] Spoletium perrexit, imperatorem Lambertum eiusque matrem imperatricem cernere cupiens; ibant enim Romam ad apostolorum limina, cum quibus et idem ire gestiebat).

Überlieferung/Literatur

Cat. reg. Langob. et ducum Benev., ed. Waitz, S. 497.

Kommentar

Am 23. Januar 897 hat Papst Stephan VI. erstmals wieder nach Lambert datiert ( J-L 3514, ed. Zimmermann, Papsturkunden I, Nr. 3 S. 7-9), doch scheint mir der Schluß, daß Lambert zu diesem Zeitpunkt bereits persönlich in Rom war, nicht zwingend. Der politische Umschwung dort mag sich schon vorher abgespielt haben. Zum Zeitpunkt des sogen. Leichenkonzils etwa Dezember 896/Januar 897 (vgl. das vorige Reg.) kann Lambert jedenfalls noch nicht in Rom gewesen sein. Die ältere Lit. ( Dümmler, Schirmeyer) hat dies unter Berufung auf den Cat. reg. Langob. stets angenommen, weil es dort nach der oben zit. Stelle weiter heißt: Paucis quoque post hinc diebus elapsis Stephanus ... Formosum papam ... ex sepulcro abiecerat, irritam faciens cunctam ipsius ordinacionem; cuius corpus post menses undecim inventum est integrum; quod dum huc illucque crebrius iactaretur, etiam sanguis deexiit, tanto iam tempore elapso. Die zeitliche Verknüpfung der verschiedenen Ereignisse ist aber (erkennbar an dem Plusquamperfekt abiecerat)) eine andere, insofern nicht die Leichensynode, sondern die spätere wundersame Inventio corporis des Formosus mit dem Besuch Lamberts durch paucis diebus elapsis verknüpft ist (wodurch auch die Zeitangabe von elf Monaten einen Sinn gibt, Formosus war am 4. April 896 gestorben, elf Monate später ergibt also Ende Februar/Anfang März 897). Lambert wäre danach also etwa in der zweiten Februarhälfte in Rom eingetroffen. Diese zeitliche Reihenfolge wird auch durch den sich anschließenden, vom Chronisten erwähnten Zug der Kaiserin Ageltrude nach Benevent bestätigt, wo sie Ende März tatsächlich bezeugt ist (Reg. 1043). Jedenfalls besteht keine Veranlassung, den Besuch Lamberts zusammen mit seiner Mutter in Rom in den Anfang des Jahres 896 zu legen (was sich schon aus chronologischen Gründen verbietet), wie dies mehrfach angeregt worden ist; vgl. Duhr, Le concile de Ravenne, S. 577; Leporace, Ageltrude, S. 43f.; Mor, L'età feudale I, S. 45; Arnaldi, Formoso, S. 102f. - Vgl. noch Dümmler, Geschichte III2, S. 426; Schirmeyer, Kaiser Lambert, S. 53; Delogu, Vescovi, S. 48; Zimmermann, Papstabsetzungen, S. 55 m. Anm. 26; Hartmann, Konziliengeschichte, S. 388f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1040, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0897-01-00_1_0_1_3_2_1042_1040
(Abgerufen am 22.07.2017).