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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Lambert schenkt dem Bischof Everard (Heurardus) von Piacenza und seiner Kirche (Placentina ecclesia) auf Bitten seiner Mutter, der Kaiserin Ageltrude, in Anerkennung seines häufigen Heeresdienstes (in nostra expeditione cum suis sepissime fideliterque sudabat) Ackerland und einen Weinberg im Gebiet von Spoleto in loco nuncupante Sibiano in den genannten Grenzen. - Pön 20 Pfund Gold. - Martianus not. ad vicem Haingleni archicanc. - M. SR. SI D. - Ohne Datierung. - "Si circa sanctas".

Originaldatierung:
(Spoleti civitate publica)

Überlieferung/Literatur

Pseudo-Or. oder Nachzeichnung eines solchen: Piacenza, Arch. Capitolare, Diplomi, n. 12, 10. Jh. (A). - Drucke: Campi, Dell'historia di Piacenza I, Nr. 31 S. 473; Schiaparelli, I Diplomi di Lamberto, Nr. † 2 S. 102-104, zu (898). - Reg.: Dümmler, Gesta, Nr. 1.

Kommentar

Das Fälschungsverdikt Schiaparellis, Ricerche II, S. 93-96, der von einer formalen Ganzfälschung von der Hand, die auch Schiaparelli, I Diplomi di Lamberto, Nr. † 1 (Reg. † 999), geschrieben und einzelne Korrekturen in Schiaparelli, I Diplomi di Lamberto, Nr. 1 (Reg. 985), angebracht hat, ausgeht, ist zu apodiktisch ausgefallen. Zwar ist ein Aufenthalt des Kaisers 898 (so die Einordnung von Schiaparelii) in Spoleto kaum wahrscheinlich, doch spricht nichts dagegen, das Stück ins Jahr 897 zu setzen, als sich Lambert in Mittelitalien aufhielt und für dortige Empfänger geurkundet hat (Regg. 1049-1052). Die Argumentation Schiaparellis ist schon deswegen nicht stringent, da in der Narratio nicht von einem bestimmten Heereszug die Rede ist (so Schiaparelli), sondern allgemein vom häufigen Heeresdienst des Bischofs. Daß der Kanzler Hainglinus (Englin) nur hier als Erzkanzler bezeichnet wird, spricht gleichfalls nicht gegen die substantielle Echtheit des Stückes. Er ist zuletzt 896 als Kanzler nachgewiesen (Reg. 1035), 898 ist Amolo Erzkanzler (Reg. 1059), während Englin nicht mehr bezeugt ist. Andererseits kann das Stück in der vorliegenden Fassung mit ihrem ungewöhnlichen Formular und Vokabular (Spoleti civitate publica) sowie den zahlreichen Korrekturen (auch der Ortsname Sibiano steht auf Rasur) schwerlich authentisch sein (vgl. detailliert Schiaparelli, a.a.O.), so daß sich insgesamt ein uneinheitliches Bild ergibt. Man könnte an eine formale Fälschung auf echter Grundlage denken. - Vgl. noch Dümmler, Geschichte III2, S. 416, 422; Schirmeyer, Lambert, S. 33 (zu 895).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. F1053, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0897-00-00_5_0_1_3_2_1056_F1053
(Abgerufen am 24.06.2017).