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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Arnulf bestätigt auf Bitte des Papstes Formosus den Besitzstand des von seiner neptis, der Kaiserin Angilberga, in Piacenza erbauten Klosters (S. Sisto) (monasterium quoddam ab Angilberga imperatrice nepte nostra Placentie olim constructum), darunter insbesondere die von seinem Vater Karlmann urkundlich geschenkten Höfe Caput Trebium (Cotrebbia, Com. Calendasco, Prov. Piacenza), Fagetum (an der Adda) et Limidi ( DD Kn.5 u. 27 = B-Zi 533 u. 573), nimmt das Kloster in seinen Schutz (sub nostra imperiali tuitione ac defensione), bekräftigt alle von Angilberga über das Kloster getroffenen Verfügungen (prefatum monasterium in ipso statu persistat et ordine, quo iam dicta Angilberga suo iudicatu statuit et ordinavit ... prout ipsa Angilberga voluit et iudicavit) und erneuert die Befreiung von allen Zöllen und Abgaben. - Pön 20 Pfund Gold. - Uuichingus canc. ad vicem Teotmari archicap. - MF. SR. B. - a. inc. 896, a. imp. 1, Ind. 14. - "Si iustis fidelium".

Originaldatierung:
(Kal. Mar., Rome)

Überlieferung/Literatur

Or. Parma, Arch. di Stato, Diplomatico, Dipl. imp., cass. 3, n. 47 (A). Ein altes, aber wenig qualitätvolles Foto Paris, Bibl. Nationale, Nouv. acquis. lat. 2565. - Kopien: Parma, Arch. di Stato, Diplomatico, Dipl. imp., cass. 3, n. 48 u. 49, zwei Kopien 17. Jh.; Rom, Arch. Vat., Arm. LIV, t. I (C. Margarini, Thesaurus I), 17. Jh., fol. 496r-v = Rom, Bibl. Vat, Cod. Reg. lat. 378, 18. Jh., fol. 101v-102r. - Drucke: Campi, Dell'historia di Piacenza I, Nr. 36 S. 476-477 (mit Kal. Mai.); Benassi, CD Parmense I, Nr. 39 S. 194-196; D Af.141. - Regg.: B 1121; Dümmler, Gesta, Nr. 9 S. 178; M1 1865 = M2 1916. Vgl. J-L I, S. 439.

Kommentar

Die Bestätigungsurkunde für S. Sisto in Piacenza (vgl. zuletzt Regg. 866 u. 881) wurde von unbekannter, wohl kanzleifremder italischer Hand mit auffallend heller Tinte, die jetzt streckenweise völlig verblaßt ist, geschrieben - ohne Heranziehung der genannten Urkunden Karlmanns, vielmehr nach italischem Diktat ( Kehr: Urkundenstil Ludwigs II.). Die Datierung ist von anderer, ebenfalls unbekannter Hand mit dunklerer Tinte eingetragen; sie folgt der Formel des Aspert D (s. Reg. 1005), allerdings ohne die Königsjahre. Eine Bleibulle Arnulfs, eine erste Manifestation der neuen kaiserlichen Würde, hat sich nur an diesem Stück erhalten. Die Vorderseite zeigt eine gekrönte Herrscherbüste im linken Profil, mit Lanze und Schild und der Umschrift: ARNOL[..] IMP. AUG. Die Aufschrift der Rückseite lautet: † RENOVATIO REGNI FRAN.; vgl. Schramm, Kaiser und Könige in Bildern. S. 65, 181 Nr. 60 (Abb. S. 325). - Zu der Exkaiserin Angilberga, die schon vor Ende 891 verstorben sein muß (Reg. 919, Kommentar), vgl. B-Zi † 356 u.ö. Auf dem Heimweg von Rom Ende April 896 hat Arnulf das von ihr gegründete Kloster S. Sisto persönlich aufgesucht und bei dieser Gelegenheit für die Nonnen noch einmal geurkundet; s. Regg. 1014-1015. Zu den Örtlichkeiten, deren Lage mit Ausnahme von Cotrebbia nicht eindeutig feststeht, s. Darmstädter, Reichsgut, S. 174; Kehr, DD Af., S. 322 s.v. (mit Berufung auf Benassi, a.a.O., S. 207). Es fällt auf, daß der Hof Limidi in den Urkunden Karlmanns nicht erwähnt wird. - Vgl. auch Dümmler, Geschichte III2, S. 421.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1008, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0896-03-01_1_0_1_3_2_1009_1008
(Abgerufen am 03.12.2016).