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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Arnulf läßt zwei angesehene Führer des Römischen Senats (maiores inter senatum), Constantin und Stephan, wegen ihrer Verbindungen zur (Kaiserin) Ageltrude, der sie die Stadt übergeben hatten (quia cum Agildrude prius urbem capiendam conspiravere), wegen Hochverrats verurteilen und beschließt, sie mit sich nach Bayern ins Exil zu führen (sine mora comprehendi et secum in Baioaria transferri precepit).

Überlieferung/Literatur

Ann. Fuld. cont. Ratisb. a. 896, ed. Kurze, S. 128. Nach dem entstellten Bericht bei Liutprand, Antapodosis I, 28, ed. Becker, S. 22f., hätte Arnulf multos Romanorum principes ... decollare praecepit. - Reg.: M2 1913i.

Kommentar

Die chronologische Einordnung folgt dem Gang der Erzählung beim Regensburger Annalisten, der zuvor den Eid der Römer mitgeteilt hat (Reg. 1004) und mit Post haec auf den Hochverratsprozeß überleitet. Da Arnulf noch am 1. März in Rom bezeugt ist (Reg. 1008) und wir den Termin der Abreise nicht genau kennen (spätestens am 11. März muß Arnulf Rom verlassen haben; vgl. Reg. 1011), könnte der Prozeß auch erst Anfang März stattgefunden haben. - Die Gerichtshoheit über Rom und den Kirchenstaat zählt zu den alten kaiserlichen Rechten; vgl. Hirschfeld, Gerichtswesen, bes. S. 431; B-Zi 132. - Der genannte Stephan könnte mit dem 876 als Gegner Karls d. Kahlen aufgefallenen und verurteilten Secundicerius identisch sein; vgl. Bäseler, Kaiserkrönungen, S. 19,26f. Zur Sache s. auch Metz, Exilierung, S. 104. Vgl. noch die Reg. 1002 angerührte Lit. sowie Pivano, Stato e chiesa, S. 55 Anm. 1.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1009, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0896-03-00_1_0_1_3_2_1010_1009
(Abgerufen am 24.01.2017).