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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Arnulf zieht nach seiner Krönung und der Erledigung mancherlei Dinge (dispositis ibi [d.h. in der Peterskirche] multimodis rebus) nach S. Paolo fuori le Mura, wo er den Treueid der Römer entgegennimmt: sie geloben ihm salvo honore et lege mea atque fidelitate domno Formoso papae unverbrüchliche Treue und schwören, Lambert nebst seiner Mutter Ageltrude weder zu unterstützen noch ihnen die Stadt Rom in irgendeiner Weise zu übergeben (Lantberto filio Agildrudae vel ipsi matri suae ad secularem honorem nunquam adiutorium praebebo et hanc civitatem Romam ipsi Lantberto vel matri eius Agildrudae vel eorum hominibus per aliquod ingenium auf argumentum non tradam).

Überlieferung/Literatur

Ann. Fuld. cont. Ratisb. a. 896, ed. Kurze, S. 128 (mit dem Wortlaut des Eides = MGH Capit. II, Nr. 229 S. 123). - Regg.: Leporace, Ageltrude, S. 170 Nr. 10; M2 1913i.

Kommentar

Der Zug Arnulfs nach S. Paolo vor die Stadtmauern, wo er den üblichen Eid der Römer entgegennimmt, läßt darauf schließen, daß er Rom selbst entweder nicht betreten hat oder aber sich dort nicht sicher fühlte. Der übliche Krönungszug hätte den neuen Kaiser jedenfalls zum Lateranpalast mitten durch die Stadt geführt; vgl. Eichmann, Kaiserkrönung II, S. 32ff. Formal lehnt sich der Eid an die Fassung des Jahres 824 an: MGH Capit. I, Nr. 161 S. 324. - Von einer Bestätigung der Kaiserpacta durch Arnulf verlautet nichts; vgl. Drabek, Verträge, S. 63. Die oben zit. Passage (dispositis ibi multimodis rebus ...) wird man kaum darauf beziehen dürfen. - Vgl. im übrigen die Reg. 1002 angeführte Lit.; s. noch Eichmann, Eide, S. 198.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 1004, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0896-02-17_2_0_1_3_2_1005_1004
(Abgerufen am 20.09.2017).