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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Arnulf überträgt seinem Kanzler Ernustus (Ernustus cancellarius noster) auf Fürsprache seines getreuen Bischofs Wiching (von Neutra) aus Königsgut (res iuris nostri) den Besitz des nobilis vir Chunimunt in Alemannien in den Orten Sundhusa (Sunthausen, Kr. Donaueschingen) und Suanninga (Schwenningen. Kr. Rottweil) mit seinem Anteil an der Kirche in Schwenningen und allen Pertinentien zu freiem Eigen (in proprium). - Ernustus not. ad vicem Theotmari archicap. - MF. SR. NN. SI D. - a. inc. 895, a. r. 8, Ind. 13. - "Noverit omne".

Originaldatierung:
(XIII. Kal. Marc., Placenciae)

Überlieferung/Literatur

Or. Karlsruhe, Badisches Generallandesarchiv, perg. A 31 (A). - Drucke: DÜMGÉ, Reg. Badensia, Nr. 20 S. 83; Wirtemb. UB VI. Nr. 5 S. 432; D Af.122. - Regg.: M1 1854 = M2 1905 (zu 895); Brandi, Reichenauer Urkundenfälschungen, Nr. 43 S. 6 (zu 894). Erwähnt schon in der Chronik des Gallus Öhem. ed. Brandi, Gallus Öhem, S. 62. Vgl. Reg. 986.

Kommentar

Das kanzleigeschichtlich und diplomatisch wichtige Stück stammt aus dem Archiv des Klosters Reichenau. Während die Handlung Anfang 894 in Oberitalien erfolgt sein muß, als sich Arnulf in Piacenza aufhielt (vgl. das folgende Reg.) und Ernustus noch Notar war (vgl. seinen Notarstitel in der Rekognition), wurde die Urkunde erst 895, wie die übereinstimmenden Jahresangaben zeigen, fertiggestellt. Dabei hat der Kanzlist Aspert D, auf dessen Konto unser D 122 geht (zu ihm vgl. Kehr, Kanzlei Arnolfs, S. 36-44), dieses in mehreren Anläufen geschrieben, zunächst (wohl 894 Anfang März in Piacenza) ein Blankett mit der Rekognition, das er erst später (895 im Ostfränkischen, als Ernustus bereits Kanzler war) mit dem Kontext und den Datierungsangaben vervollständigt hat, um dann in einem letzten Arbeitsgang aus unklaren Motiven Ort und Monatsangabe (die Tagesangabe blieb stehen!) gründlich zu radieren und die jetzigen Angaben einzufügen (vgl. Reg. 986); bei diesem Befund bleibt unklar, ob sich das Tagesdatum auf die Handlung in Piacenza oder auf die Beurkundung in Ostfranken bezieht; es ist nämlich nicht erwiesen, daß Arnulf bereits am 17. Februar in Piacenza war, wo er ansonsten erst am 11. März nachweisbar ist (s. das folgende Reg.); vgl. Kehr, Vorbemerkung. - Zum Empfänger und zum Kanzler Wiching s. Kehr, Kanzlei Arnulfs, S. 12-14; vgl. schon Reg. 952.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 958, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0894-03-01_1_0_1_3_2_959_958
(Abgerufen am 27.07.2017).