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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Arnulf überläßt der Kirche S. Vincenzo in Bergamo (ecclesia s. Vincentii martyris Christi ... infra moenia Bergomensis civitatis), der alten Bischofskirche (in qua etiam primitiva illius episcopii sedes est), für das Seelenheil seines Großvaters Ludwig (II. v. Ostfranken) und seines Vaters Karlmann (pro divorum antecessorum nostrorum Hludouuici avi nostri nec non pii genitoris nostri Karlomanni christianissimorum regum) sowie für sein eigenes Seelenheil den gesamten Besitz des Klerikers Godefrid, der ihm zugefallen ist, da Godefrid im Kastell von Bergamo mit den Waffen in der Hand gefangengenommen und als Rebell hingerichtet worden ist (armis bellicis deifice capto legali iudicio interemptum fore procaciter ditioni nostrae repugnantem cunctorum patescat agnitioni nostraeque eiusmodi tenore proprium ipsius subactum esse ditioni), mit der Bestimmung, daß der Besitz für den Unterhalt der dortigen Kleriker (fratres) dienen soll und die Bischöfe darüber keine Gewalt haben (pastores ipsius ecclesiae nullam umquam exinde subtrahendi vel quicquam minuendi sibi usurpent potestatem, sed neque aliquod cuiquam praestandi beneficium ...). - Uuichingus canc. ad vicem Diotmari archicap. - MF. SR. NN. SI 3. - a. inc. 894, a. r. 7, Ind. 12. - "Notum igitur"

Originaldatierung:
(Kal. Feb., Bergomensi castello)

Überlieferung/Literatur

Or. Bergamo, Bibl. Civica, perg. 3158 (A). - Kopien: Ebd., perg. 3158/1, Kopie 16. Jh. auf Papier (E). - Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 108 (mit Regest);ed. Pergamene di Bergamo, Taf. 198 (mit Transkription Textbd., S. 333-334). - Drucke: Celestino, Historia quadripartita di Bergamo, pars II/2, S. 401-402; Lupi, CD Bergomatis I, Sp. 1017-1018 = CD Langob., Nr. 359 Sp. 596-598 (mit a. inc. 891); D Af.121; Fainelli, CD Veronese II, Nr. 28 S. 31-33. - Regg.: B 1105; M1 1842 = M2 1893; Dümmler, Nr. 2 S. 178; Hübner, Nr. 812.

Kommentar

D 121 ist die erste überlieferte Urkunde Arnulfs für einen italischen Empfänger, die in Italien selbst ausgestellt wurde. Bergamo mit der Pfalz Morgula, das von Karl III. mehrfach aufgesucht wurde, kommt in der Folgezeit als Ausstellort nicht mehr vor. Zum Datum vgl. das vorige Reg. - Verfaßt und geschrieben wurde das Stück in der Art eines in der Kanzlei Arnulfs seit 888 nachweisbaren Schreibers, den Kehr Aspert C genannt hat, entweder von diesem persönlich oder von einer ihm nahstehenden Kraft (zu den überaus widersprüchlichen Äußerungen Kehrs in dieser Frage vgl. Gawlik, Osservazioni, S. 147 Anm. 118). Zu den allerdings von der Art des Aspert C abweichenden NN, deren Auflösung strittig ist, vgl. Tangl, Tironische Noten, S. 159f.; Arch. paleogr. ital., a.a.O., Regest; Gawlik, a.a.O. Weitere von Aspert C geschriebene Urkunden sind als Faksimile publiziert in Kaiserurkunden in Abb., Taf. 21 u. 24 (Textband S. 188f., 196). Zur Edition durch Kehr und ihren Vorarbeiten vgl. Gawlik, a.a.O., S. 142 m. Taf. I-III. Zum Siegel mit der Legende ARNOLFUS PIUS REX s. die Abb. bei Posse, Siegel I, Taf. 5 Nr. 1 (vgl. ebd. Bd. V, S. 9 Nr. 3; Schramm/Mütherich, Kaiser und Könige in Bildern, S. 181 Nr. 58/3; Schramm, Kaiser, Könige u. Päpste II, S. 296f.). Zum Kanzler Wiching, Bischof von Neutra (Nitra), s. noch Regg. 958,963 u.ö. Der Kleriker Godefrid kommt aus Verona, wie wir in D Af.131 (= Reg. 983), erfahren, wo er als clericus Veronensis filius Gislarii bezeichnet wird (S. 196, Z. 22-23); vgl. Cavallari, Ricerche, S. 25; Castagnetti, Veneto, S. 70f. - Zum Verhältnis zwischen S. Vincenzo in Bergamo, der Kathedrale, und S. Alessandro, der zweiten vor den Mauern der Stadt gelegenen Kathedralkirche, vgl. Kehr, IP VI/1, S. 364ff.; Picasso, Canoniche; Settia, Potere, S. 48. - Zu inhaltlichen Aspekten vgl. noch Mengozzi, Ricerche, S. 241f. Zu einer weiteren verlorenen Urkunde Arnulfs für Bergamo s. Reg. 967. Vgl. auch Reg. 983.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 952, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0894-02-01_1_0_1_3_2_953_952
(Abgerufen am 24.07.2017).