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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Wido bestätigt dem Kloster Monte Amiata (monasterium Domini Salvatoris sito monte Amiate) unter Abt Petrus (II.) auf Bitten seiner Getreuen Alberich und Liotard die Schenkung seines Vorgängers, Kaiser Ludwigs (II.) (decessor noster pio [!] recordationis Hludovuicus augustus), der die öffentlichen Abgaben, Leistungen und Zehnten vom Klostergut (omnia freda et iudiciaria vel decimas de manentibus concessis cellulis et curtibus ... monasterii) für die Armenfürsorge des Klosters bereitgestellt hatte (in ospitale ipsius monasterii omnia in helemosina pauperum distribuantur et dispensentur), und genehmigt seinerseits einen samstäglichen Wochenmarkt und einen Jahrmarkt (mercatum sabbatanicum seu annualem), dessen Einkünfte für die Kleidung der Mönche und der peregrini verwendet werden sollen (ad utilitatem vestimentorum monachorum atque pauperorum [!] peregrinorum fratrum). - Pön 30 Pfund Silber und 5 Pfund Gold. - Goderadus not. ad vicem Helbunci archicanc. - M. SR. SI D. - a. inc. 892, a. r. 4, a. imp. 4, Ind. 11. - "Omnium fidelium".

Originaldatierung:
(XVIII. Kal. Oct., Roselle)

Überlieferung/Literatur

Or. Siena, Arch. di Stato, perg. Montamiata, a. 892 settembre 14 (A). - Kopien: Siena, Arch. di Stato, notar. Kopie von 1243 Juni 12 nach einer Abschrift von 1027 April 5; ebd., Reformagioni, 892 settembre 14, Kopie 13. Jh. Weitere jüngere Abschriften (18. Jh.) verzeichnet Schiaparelli, I Diplomi di Guido, S. 44-45. - Drucke: Muratori, Antiq. Ital. II, Sp. 869-870 (ohne Rekognition); Schiaparelli, I Diplomi di Guido, Nr. 18 S. 44-47 = Kurze, CD Amiatinus I, Nr. 168 S. 354-355. - Regg.: B 1279; Dümmler, Gesta, Nr. 16; Schneider, Reg. Senense, Nr. 8; Ciacci, Gli Aldobrandeschi II, Nr. 96 S. 33; Lisini, Inventario, S. 29 (mit Größenangabe).

Kommentar

Das nur hier als Ausstellort bezeugte Roselle, Sitz eines Grafen und eines Bischofs, lag unweit des heutigen Ortes Roselle (Com. und Prov. Grosseto) bei den dortigen Ruinen (Rovine di Roselle) im südlichen Tuszien im Gebiet des Markgrafen Adalbert II. von Tuszien; der Bischofssitz wurde 1138 von Papst Innozenz II. nach Grosseto verlegt; vgl. Kehr, IP III, S. 258f.; Brühl, Fodrum I, S. 405 Anm. 265. Allgemein zu Grosseto s. Prisco, Grosseto. - Das Kaiserjahr ist gedankenlos um zwei Einheiten zu hoch angesetzt (in Parallele zum Königsjahr); vgl. Schiaparelli, Ricerche II, S. 62. - VU ist ein Privileg Ludwigs II. von 853 Juli 4 (DD Lu.n. 11 u. 171; vgl. B-Zi 108 u. 109), das allerdings nur zum kleineren Teil ausgeschrieben wurde (vgl. den Kursivdruck in der Ed. Schiaparelli). Als Schreiber des D 18, einer Charta transversa, begegnet wieder Goderad A (vgl. zuletzt Reg. 918); von ihm stammt auch das Eschatokoll. Vgl. noch Fanta, Unedirte Diplome II, S. 409-412. - Der Getreue Alberich könnte mit jenem Grafen identisch sein, der 889 auf Seiten Berengars gegen Wido gekämpft hat; zu diesem vgl. Hlawitschka, Franken, S. 116. - Zu Abt Petrus II. von Monte Amiata (ca. 886-912) vgl. Kurze, CD Amiatinus, Registerband; vgl. auch Reg. 1005 u.ö.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 936, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0892-09-14_1_0_1_3_2_937_936
(Abgerufen am 24.03.2017).