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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Placitum des Grafen Siegfried (Sigefred) von Piacenza in der Kirche S. Antonino zu Piacenza (civitate Placentia ad basilicam s. Hantonini, intus caminata magiore, qui exstat prope laubia), mit Einwilligung und unter Mitwirkung des Bischofs Bernard von Piacenza, des Bernard vassus domni imperatoris, der Königsrichter (iudices idem augusti) Natalis und Aldegrausus sowie mehrerer Schöffen, in dem Ildeprand aus Varsi (Prov. Parma) als Vertreter der dortigen Pfarrkirche S. Pietro (avocatus plebis ecclesie s. Petri sita in eodem loco Varsio) fünf vom Notar Odelprand geschriebene Chartae desselben Jahres vorlegt, in denen mehrere Privatleute der Kirche von Varsi, die der Bischofskirche von Piacenza untersteht, eine Reihe von Besitzungen verkauft haben und die nun, um eventuellen Einsprüchen vorzubeugen, vorgelesen und (in paraphrasierender Form) inseriert werden. - Petrus not. ex iussione suprascripto comiti et iudicum amonitione. - a. Wi. imp. 2, Ind. 10. - Unterschriften des Grafen Siegfried, des (Königsvasallen) Bernard, der beiden Hofrichter und zahlreicher Beisitzer, darunter auch des Amelgisus vicecomes der Stadt Piacenza.

Überlieferung/Literatur

Placitum, ed. Manaresi, Placiti I, Nr. 99 S. 355-359, bes. S. 356 Z. 7f. - Fehlt bei Hübner.

Kommentar

Da eine der inserierten Chartae von 892 Juni 29 datiert, hat Schiaparelli, Documenti inediti di Piacenza, S. 190, das im Original überlieferte Placitum auf den 29./30. Juni datiert, was aber von Manaresi, a.a.O., Vorbemerkung, angezweifelt wird; er nimmt stattdessen ein Versehen des Schreibers bei der Kopie der Charta an. - Zu Graf Siegfried von Piacenza, der in den Thronkämpfen jener Jahre als Parteigänger der Widonen eine wichtige Rolle spielt und noch bis 904 nachweisbar ist, vgl. Hlawitschka, Franken, S. 264-268, bes. 264f.; s. auch Krause, Missi dominici, Nr. 191 S. 279. Für den Vicegrafen Amelgisus von Piacenza hat Kaiser Lambert Anfang 895 geurkundet (D 1 = Reg. 985); vgl. zu ihm auch Hlawitschka, Franken, S. 124. Bischof Bernard von Piacenza ist auch Empfänger eines Privilegs des Papstes Formosus von 891 November 13 ( J-L 3473), ed. Cipolla, CD di Bobbio I, Nr. 72 S. 238-242; vgl. auch ebd. Nr. 86, S. 288-290. 891 Februar 26 hatte Papst Stephan V. für ihn geurkundet (erwähnt in Reg. 899). - Zu den noch mehrfach begegnenden Hofrichtern Aldegrausus und Natalis s. Radding, S. 191f. Nr. 26 u. 33. Zu den Unterschriften, insbesondere des Aldegrausus, vgl. Petrucci/Romeo, Scrivere, S. 30f. Zum Verfahren s. auch Mengozzi, Ricerche, S. 152.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 931, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0892-06-29_3_0_1_3_2_932_931
(Abgerufen am 16.01.2017).