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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Treffen Widos und Lamberts mit Papst Formosus. Der Papst krönt Lambert zum Mitkaiser (qui [scil. Formosus] ... imperatorem Landbertum imperiali diademate redimuit).

Überlieferung/Literatur

Invectiva in Romam, ed. Dümmler, S. 140. Vgl. das Schreiben des Formosus an Fulko von Reims ( J-L 3482) bei Flodoard, Hist. Remensis eccl. IV, 2, edd. Heller/Waitz, S. 560, bes. Z. 7-8: Lantbertum filium Widonis anno secundo imperii patris ipsius novum imperatorem factum fuisse designat; Vulgarius, De causa Formosiana, ed. Dümmler, S. 136; Liber instrumentorum mon. Casaur. ("Chron. Casauriense"), fol. 12 r (vgl. die Faksimileausgabe), ed. Muratori, Rerum Ital. SS II/2, Sp. 822 (zu 892): Sequenti post haec anno (scil. 891) Lambertus in imperium coronatus sicut Wido augustus pater eius imperat. Vgl. auch Regino v. Prüm a. 894, ed. Kurze, S. 142; s. auch die beiden folgenden Regg. - Reg.: J-L I, S. 436 (nach Nr. 3479).

Kommentar

Das Datum der Kaiserkrönung Lamberts ist aus den Urkundendatierungen zu erschließen. Terminus ante ist der 1. Mai (s. das folgende Reg.), wodurch sich auch Ravenna als Krönungsort ergibt. Die zum Teil widersprüchlichen Datierungen der Privaturkunden hat Schiaparelli, Ricerche II, S. 63f., minutiös ausgewertet; danach ist Sonntag, der 30. April, als Krönungstag am wahrscheinlichsten. Hiestand, Byzanz, S. 60, plädiert für Ostersonntag, den 23. April. Regino v. Prüm, a.a.O., läßt Lambert erst nach dem Tod Widos und einem Romzug im Jahre 894 die Kaiserkrone erlangen. In den im Liber instrumentorum mon. Casaur. überlieferten Spoletiner Chartae wird nach der Krönung Lamberts auch nach diesem datiert, erstmals 892 Juli 20 (Faksimiledruck, fol. 121r). - Über die möglichen Ursachen für die auffällige Krönung Lamberts zum Mitkaiser in Ravenna hat Hiestand, a.a.O., S. 60-63, ausführlich gehandelt. Daß es in Ravenna anläßlich der Krönung zu einem großen Treffen kam, legt schon die lange Tradition solcher Begegnungen dort nahe; vgl. B-Zi 680; s. auch Regg. 1057/58. Die Anwesenheit Widos ergibt sich zwingend aus den beiden folgenden Regesten. Daß auch er damals vom Papst in einer von der Forschung als Beikrönung bezeichneten Form die Krone empfing, ist nur indirekt bezeugt; vgl. das bei Flodoard, Hist. Remensis eccl. IV, 2, edd. Heller/Waitz, S. 559, bes. Z. 44-45 überlieferte Schreiben des Papstes Formosus an Fulko von Reims ( J-L 348l): imperatorem quoque Widonem coronatum eodem anno (scil. 892) significans (scil. Formosus) indictione decima (892); vgl. Reg. 899 (Kommentar); Brühl, Festkrönungen, S. 376,412 (S. 290,326) Nr. 40; Sot, Flodoard, S. 159f. Nr. 19. Die sich auf diesen Briefauszug stützende Auffassung von Schneider, Fulco, S. 90-92, bes. S. 92, Formosus habe Wido noch vor der Krönung Lamberts in den ersten Monaten des Jahres 892 seinerseits noch einmal zum Kaiser gekrönt (nach der durch Papst Stephan V. ein Jahr zuvor erfolgten Kaiserkrönung), ist nicht zwingend und wäre auch ohne Parallele. - Vgl. noch Dümmler, Geschichte III2, S. 372; J-L I, S. 436; Schirmeyer, Kaiser Lambert, S. 24-26; Hartmann, Geschichte III/2, S. 113; Gaudenzi, Il monastero di Nonantola III, S. 549; Leporace, Ageltrude, S. 30; Fasoli, I re d'Italia, S. 24f.; Arnaldi, Formoso, S. 86f.; Mor, L'età feudale I, S. 28; Ohnsorge, Mitregentschaft, S. 119f.; Heidrich, Ravenna, S. 31f.; Hlawitschka, Westfrankenreich, S. 197; Brühl, Deutschland, S. 514f.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 925, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0892-04-30_1_0_1_3_2_926_925
(Abgerufen am 26.07.2017).