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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Widos Sohn Lambert ist als Mitkönig bezeugt.

Überlieferung/Literatur

Datierung zweier Chartae aus Asti von Januar 892 (a. imp. Wi. et a. r. La. 1, Ind. 10), ed. Gabotto, Le più antiche carte di Asti, Nr. 22-23 S. 32-35.

Kommentar

Wann Lambert geboren wurde, steht nicht genau fest; möglicherweise steht die Erhebung zum Mitkönig im Zusammenhang mit seiner Mündigkeit. Die Chronisten schildern ihn zum Zeitpunkt seiner Herrschaftsübernahme noch als relativ jung; vgl. insbesondere Liutprand, Antapodosis I, 37, ed. Becker, S. 27f.: Lambertum elegantem iuvenem adhuc ephoebum (vgl. Schirmeyer, Kaiser Lambert, S. 27f.; Leporace, Ageltrude, S. 18f.). Als Zeitpunkt der Erhebung Lamberts zum Mitkönig gilt allgemein das Treffen in Pavia Anfang Mai 891 (Reg. 904); vielleicht wurde Lambert aber schon anläßlich der Kaiserkrönung Widos im Februar 891 zum Mitkönig erhoben (Reg. 899). - Vgl. Wüstenfeld, Herzoge von Spoleto, S. 417; Dümmler, Geschichte III2, S. 368; Schirmeyer, Kaiser Lambert, S. 22f.; Schiaparelli, Ricerche II, S. 15; Hartmann, Geschichte III/2, S. 112; Fasoli, I re d'Italia, S. 23; Mor, L'età feudale I, S. 27; Hiestand, Byzanz, S. 60; Brühl, Deutschland, S. 340. In der Narratio einer im Chron. Vulturnense überlieferten gefälschten Urkunde Kaiser Widos von angeblich 891 (oder 892) November 1, Valva (Reg. † 938), ed. Schiaparelli, I Diplomi di Guido, Nr. † 2, bes. S. 60 Z. 7 - S. 61 Z. 5 (zu 892), wird Lamberts Geburt im Ort S. Rufino in loco ubi dicitur Campu de Rota (bei Valva) erwähnt. Der formal fraglos gefälschten Urkunde Kaiser Widos liegt vielleicht eine alte Klostertradition zugrunde. Danach wären Wido und Ageltrude gemeinsam auf der Heimreise von Benevent gewesen, als der Zeitpunkt der Geburt nahte. Abt Leo von S. Vincenzo habe der Kaiserin dann die Zelle S. Rufino als Aufenthaltsort angeboten, wo sie nach drei Tagen Lambert geboren habe. Wido habe aus Dankbarkeit das Gewicht des Knaben in Gold aufgewogen und dem Kloster geschenkt (zu diesem Motiv s. Reg. +938). Möglicherweise diente eine entsprechende Herzogsurkunde Widos als Grundlage für die Fälschung. Es fällt nämlich auf, daß die in der Urkunde angegebene Indiktion 10 auf 876 führt - auf einen Zeitpunkt also, zu dem Lambert tatsächlich geboren sein könnte; vgl. Leporace, Ageltrude, Nr. 1* S. 176 (zu 876); Hlawitschka, Widonen, S. 84 m. Anm. 220; Reg. 808. - Ein Reflex der alten Klostertradition scheint in ein in Chieti überliefertes Epitaph eingegangen zu sein: CIL IX, S. 16*Nr. 324* (= 820*); vgl. Leporace, Ageltrude, S. 19 Anm. 4. In den zit. Chartae aus Asti ist auch erstmals ein Grasevertus diaconus de Aste (Asti) civitate bzw. (als Zeuge ohne jeden Titel) Graseverto bezeugt, der sich in weiteren Chartae (bis Januar 899) stets iudex nennt und offensichtlich in Asti beheimatet war. Von Bordone, Società e potere, S. 386 zu den Königsrichtern gezählt, führt er doch nie den Titel eines iudex domni regis (er fehlt auch in den Listen bei Radding, S. 192) und bleibt daher im folgenden unberücksichtigt. Vgl. zu ihm bereits Ficker, Forschungen III, S. 22; s. noch Fissore, Problemi, S. 425-428. Ein Grasevertus notarius sacri palacii ist der Schreiber einer Charta aus Asti, deren Datum nicht mehr lesbar ist (ed. Gabotto, a.a.O., Nr. 33 S. 53f.). Gabotto hält ihn für den Grasevertus notarius, der von 902 bis 910 mehrere Chartae in Asti geschrieben hat.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 923, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0892-01-00_1_0_1_3_2_924_923
(Abgerufen am 18.12.2017).