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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Wido bestätigt auf Bitten des Bischofs Wibodo von Parma, seines Erzkapellans (Vuicbodus sanctae Parmensis aecclesiae venerabilis episcopus et archicapellanus), seiner Gemahlin Ageltrude (dilectissima coniux nostra Ageltrudis imperatrix et consors imperii nostri) alle Besitzungen und Rechte tam nostrae donationis quam suae hereditatis vel undecumque adquisitionis, worüber er ihr bereits als König ein Präzept ausgestellt hatte (sicuti iam antea per preceptum regale illi concesseramus [Dep. Reg. 897]). - Pön 300 Pfund Gold. - Goderadus not. ad vicem Helbunci archicanc. - M. SR. B. - a. inc. 891, a. r. 3, imperii die prima. - "Omnium fidelium nostrorum".

Originaldatierung:
(VIIII. Kal. Mar., Roma)

Überlieferung/Literatur

Or. Parma, Arch. Capitolare, perg. sec. IX, n. XXIII (A). - Mehrere Kopien 18. Jh. verzeichnet Schiaparelli, I Diplomi di Guido, S. 9. - Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 54 (mit Regest); die Bulle ebd., Taf. 90 Nr. 7. - Drucke: Muratori, Antiq. Ital. II, Sp. 871-872, aus A = Heumann, Commentarii de re diplom. imperatricum, Append. I, S. 441-442; Schiaparelli, I Diplomi di Guido, Nr. 4 S. 9-11. - Regg.: B 1270; Dümmler, Gesta, Nr. 3; Benassi, CD Parmense I, Nr. 23 S. 66 (mit Größenangabe u. Dorsualnotizen); Leporace, Ageltrude, Nr. 1.

Kommentar

D 4 gehört zu einer Gruppe von vier Diplomen, die alle mit dem Datum der Kaiserkrönung für die Kaiserin Ageltrude ausgestellt und erstmals mit einer Bleibulle besiegelt sind. Daß diese ausnahmslos vom Notar Goderad rekognoszierten Stücke tatsächlich am Krönungstag ausgefertigt wurden, ist allerdings wenig glaubhaft. Das Datum hat in erster Linie Gedenkfunktion, kann sich allenfalls auf die Handlung beziehen. Alle vier Urkunden folgen dem gleichen Formular, das überdies schon in D 1 (Reg. 879) begegnet; vgl. Schiaparelli, Vorbemerkung; Schiaparelli, Ricerche II, S. 69ff. - Geschrieben wurde D 4 mit Ausnahme der Rekognitionszeile, die von Goderad selbst zu stammen scheint, von einem unbekannten Kanzleischreiber ("Goderad A"), der in der Folgezeit noch weitere sechs Diplome Widos schreiben sollte und damit der wichtigste und repräsentativste Schreiber der Kanzlei Widos ist; vgl. Schiaparelli, Ricerche II, S. 19ff., 82; Schiaparelli, Arch. paleogr. ital., Reg. zu Taf. 54. - Die nach dem Vorbild Ludwigs II. die imperiale Herrschaft des neuen Kaisers repräsentierende Bleibulle (vgl. die Abb. bei Schramm, Kaiser und Könige2, S. 328 Abb. 68a-b; Arch. paleogr. ital., a.a.O.; Fasoli, I re d'Italia, nach S. 32; vgl. Schramm, Ges. Aufsätze II, S. 59f., 273 Anm. 90) trägt die Legende: VVIDO IMPERATOR A(u)GU(stus), die Rückseite nach dem Vorbild der Bullen Ludwigs d. Fr. die Devise: RENOVATIO REGNI FRANC(orum); vgl. Schiaparelli, Reg. zu Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 54; Schiaparelli, Ricerche II, S. 67. Auf die Konkurrenz zu Byzanz bei der Verwendung der fränkischen Bleibullen weist Hiestand, Byzanz, S. 58f., hin. - Zum Monogramm der Kaiserzeit, das sich in charakteristischer Weise von dem der Königszeit unterscheidet, vgl. schon Reg. 879. - Zu Wibodo von Parma, der auch in den folgenden Urkunden mit dem Ehrentitel eines Erzkapellans begegnet, s. bereits Reg. 886. Das Erzkanzleramt hat Wido anläßlich der Kaiserkrönung dem seit 889 als Kanzler tätigen Helbuncus verliehen, der 895 Nachfolger des Wibodo in Parma werden sollte; vgl. die Rekognition aller in Rom damals ausgestellten Urkunden. - Allgemein zu Ageltrude s. schon Reg. 808.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 900, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0891-02-21_3_0_1_3_2_901_900
(Abgerufen am 17.01.2017).