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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Die Tochter des verstorbenen Kaisers Ludwig (II.), Irmingard (Irmengarda Deo devota filia bone memorie domni Ludovici imperatoris), macht dem von der Kaiserin Angilberga, ihrer Mutter, in Piacenza gestifteten Kloster S. Sisto zum Seelenheil ihrer Eltern und ihres eigenen (pro remedium animę meae vel quondam augustorum genitori et genitrix mea) genannte umfangreiche Schenkungen. - Leo not. - a. Wi. 3, Ind. 9.

Überlieferung/Literatur

Charta (cartula donationis seu cessionis vel offersionis), ed. Campi, Dell'historia di Piacenza I, Nr. 29 S. 472 (zu 890); eine verfälschte Version (als Insert in einem Placitum Berengars von Januar 903) ed. Manaresi, Placiti I, S. 424-426 (in Nr. 114); vgl. Reg. 1161.

Kommentar

Während die Indiktion auf 890 führt (Septemberindiktion), ergibt das Regierungsjahr Widos 891. Die Ortsangabe Piacenza findet sich nur in der inserierten Fassung des Placitum. - Die von Campi edierte Version, die nach der Schreiberunterfertigung (vor dem Actum) abbricht, basiert auf einer Abschrift des 13. Jahrhunderts; vgl. ausführlich Brühl, Eine angebliche Urkunde, S. 826-829 (zu 891). Die Varianten zwischen beiden Fassungen sind größer, als sie der Druck von Manaresi erkennen läßt. - Zu Irmingard, deren Sohn Ludwig III. im August 890 mit Unterstützung Arnulfs von Ostfranken die Nachfolge seines Vaters Boso als König in Niederburgund angetreten hat, vgl. schon Reg. 888 u.ö. Die Bezeichnung der Irmingard als Deo devota bedeutet nicht unbedingt, daß sie anläßlich ihres Besuches in Piacenza ins Kloster eingetreten ist; vgl. Hlawitschka, Lotharingien, S. 243 Anm. 6. 896 oder 897 stirbt Irmingard; vgl. Brühl, a.a.O., S. 825f. - Da Angilberga als quondam augusta Angelberga olim imperatrix bezeichnet wird (vgl. auch das Zitat im Kopfregest), muß sie 890/91 bereits verstorben sein; vgl. Pochettino, Angelberga, S. 148f.; Odegaard, Engelberge, S. 93,102 Anm. 116; Brühl, Eine angebliche Urkunde, S. 824 Anm. 1. Zuletzt ist sie im Juni 889 nachweisbar (Reg. 881). Vgl. auch noch Regg. 1008,1015 u.ö.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 919, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0890-11-30_1_0_1_3_2_920_919
(Abgerufen am 15.12.2017).