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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Berengar überträgt dem "Neuen Kloster" (monasterium Novum = S. Salvatore und S. Giulia in Brescia) auf Intervention und Bitten des Bischofs und summus consiliarius nostri sacri palatii Adelhard (von Verona) eine in Nachbarschaft des Klosters an der via publica gelegene mansiuncula mit einem Garten (orticellum), die dem Königshof Muciana in der Stadt Brescia gehört (pertinentem de curte rei publicae nostrae Muciana civitate Brixia). - Pön 1000 Mankusen Gold. - Liutardus not. ad vicem Adelardi episcopi et archicanc. - MF. SR. SI 1. - a. inc. 889, a. r. 2, Ind. 7. - "Si sacris locis".

Originaldatierung:
(XV Kal. Sept., Cremona)

Überlieferung/Literatur

Or. Brescia, Arch. Stor. Civico presso l'Arch. di Stato, Codice Diplomatico, busta 3, n. XLVII (vormals Bibl. Queriniana, Codice diplom. Bresciano sec. IX, n. 85 [perg. Querin. n. XLVII]) (A). - Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 64 (mit Regest); Teilfaks. auch Arnaldi, Da Berengario agli Ottoni, S. 495. - Drucke: Margarini, Bullarium Casinense II, Nr. 44 S. 36; Odorici, CD Bresciano, sec. IX, Nr. 55 S. 149-150 (Auszüge auch Odorici, Storie Bresciane IV, CD Bresciano, Nr. 1 S. 67); CD Langob., Nr. 344 Sp. 574-575; Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. 5 S. 28-29. Ital. Übers. Battelli, Annali1, S. 38-39 (zum 17. Sept.). - Regg.: B 1291; Odorici, Antichità cristiane, Nr. 50 S. 17; Dümmler, Gesta, Nr. 5; Cipolla, Fonti edite, Nr. 105 S. 55; Fainelli, CD Veronese II, Nr. 13 S. 14; Lanfranchi, S. Giorgio Maggiore III, Nr. XXVI S. 463.

Kommentar

Ausstellort und Empfänger zeigen, daß Berengar nach der Niederlage gegen Wido an der Trebbia (Reg. 876) seine Herrschaft nicht nur in seinen Stammlanden um Verona und in Friaul, sondern auch in der östlichen Lombardei relativ rasch wieder konsolidieren konnte, so daß man gelegentlich schon vermutet hat, es sei zu einer förmlichen Reichsteilung zwischen ihm und Wido gekommen; vgl. Reg. 876 (Kommentar). 910 November ist Berengar abermals in Cremona bezeugt (Regg. 1234-1235). - Geschrieben wurde D 5 von einem unbekannten Kanzlisten, vielleicht dem rekognoszierenden Notar Liutard, der nur hier in dieser Funktion begegnet und vielleicht auch als Diktator anzusehen ist. Die Datierungszeile ist mit dunklerer Tinte, aber wohl, wie Schiaparelli vermutet, von gleicher Hand eingetragen. Schrift und Diktat weisen Neuerungen auf, die stilbildend gewirkt haben und später vor allem in den Urkunden des Notars Restald begegnen; vgl. Schiaparelli, Ricerche I, S. 26f., 96f.; Schiaparelli, Regest im Arch. paleogr. ital. IX, zu Taf. 65 (= Reg. 883). - Zum Empfänger vgl. schon B-Zi 151 u.ö.; Becher, San Salvatore. passim. Nur zwei Monate zuvor hatte Arnulf von Ostfranken die Exkaiserin Angilberga im Besitz des den Herrschern Italiens traditionell nahestehenden Klosters bestätigt (s. das vorige Reg.). Wenn Berengar in seiner Urkunde weder eine Äbtissin (sie hieß wie die Tochter der Angilberga Irmingard) noch eine Inhaberin nennt, so scheint er in der Eigentumsfrage - vielleicht mit Rücksicht auf Arnulf, der als senior 889 dafür die allein maßgebliche Instanz war - eine abwartende Haltung eingenommen zu haben. Andererseits deutet die Tatsache, daß er überhaupt für das Kloster geurkundet hat, darauf hin, daß sich Angilberga auch an ihn gewandt hat. Daß Berengar auch später noch S. Salvatore wohlwollend gegenübersteht, zeigen seine weiteren an das Kloster ergangenen Urkunden (Regg. 1287 u. 1319), in denen jetzt sogar (915) seine Tochter Berta als Äbtissin erscheint; vgl. Becher, a.a.O., S. 318. - Zur curtis Muciana und ihrer mutmaßlichen Lage in der Nähe des Flusses Mella (Fiume-Mella südwestlich Brescia) vgl. Darmstädter, Reichsgut, S. 126f.; s. auch Arnaldi, a.a.O., bes. S. 496 m. Anm. 2. Zu Adelhard von Verona s. schon Regg. 861 u. 866.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 882, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0889-08-18_1_0_1_3_2_883_882
(Abgerufen am 18.01.2017).