Regestendatenbank - 176.134 Regesten im Volltext

RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

Sie sehen den Datensatz 87 von insgesamt 653.

Wido schenkt auf Bitten seines Neffen und Markgrafen Adalbert (II. von Tuszien) (Adalbertus dilectus nepos noster et marchio) seinem Getreuen, dem Bischof Zenobius von Fiesole, und dessen Kirche die Curtis Sala sub Castro Fesulano (Saletta nördlich Fiesole, Prov. Florenz) in den Comitaten von Fiesole und Florenz mit allem Zubehör zu freiem Eigen (iure hereditario; auch: iure proprietario), darunter die zugehörige corticella quę vocatur Buiana (Buiano, ebd.) sowie die Ländereien und Wälder quae vocantur Monte Regis (Montereggi, ebd.). - Pön 100 Pfund Gold. - Helbuncus canc. iubente domno Vuidone rege. - M. SR. - a. inc. 890, a. r. 1, Ind. 7. - "Omnium fidelium nostrorum".

Originaldatierung:
(VI. Kal. Iun., in Taurinensi comitatu)

Überlieferung/Literatur

Kopien: San Severino, Bibl. Comunale, Angelo Massarelli, Miscellanea II, p. 407, Kopie von 1557 nach dem Or. (zu 890) (D); Firenze, Bibl. Nazionale, Cod. II.IV.375 ( Strozzi, sec. XVII), pp. 263-264, "da scritture del vescovado di Fiesole existenti in Firenze nell'Archivio della chiesa di S. Maria in Campo" (E); Fiesole, Arch. della Curia vescovile, Chartular des 18. Jh. (F). - Drucke: Ughelli, Italia sacra III1, Sp. 274-275 = III2, Sp. 214 (nach dem Or.) = Soldani, Historia monast. de Passiniano, S. 67 = Origines Guelficae I, Nr. 6 S. 234-235 = Cappelletti, Le chiese d'Italia XVII, S. 19-20; Mazzatinti, Archivi III, S. 292-293, Teildruck aus F; Schiaparelli, I Diplomi di Guido, Nr. 1 S. 3-5, aus D F und Ughelli. Erwähnt schon bei Ammirato Scipione, Vescovi di Fiesole, S. 8-9 (zu 890) nach dem Or.; Ammirato Scipione, Istorie fiorentine I, S. 24. - Regg.: Lami, Ecclesiae Florentinae monumenta III, S. CXVII; B 1269; Dümmler, Gesta, Nr. 2.

Kommentar

Das angegebene Inkarnationsjahr 890 beruht sicherlich auf einem Irrtum; Indiktion und Königsjahr führen auf 889. Turin selbst als Itinerar- oder Ausstellort begegnet erst unter den Königen Hugo und Lothar. - Das nur abschriftlich überlieferte erste Diplom Widos wurde nach einem Diktat verfaßt, das für eine ganze Gruppe seiner Diplome typisch ist; vgl. Regg. 900-903, 918; Schiaparelli, Ricerche II, S. 69ff. Das Monogramm und das Rekognitionszeichen sind in E, das Schiaparelli nicht gekannt hat, nachgezeichnet. Dabei weist das Monogramm dieselbe Fassung auf wie in D 2 (Reg. 886), dem einzigen vor seiner Kaiserkrönung im Original überlieferten Diplom Widos. Die nach der Kaiserkrönung überlieferten, graphisch sehr viel gelungeneren Monogramme weichen hiervon in charakteristischer Weise ab; vgl. die Abbildungen beider Typen bei Schiaparelli, Ricerche II, S. 51f. - Der Kanzler Helbuncus, der seit der Kaiserkrönung Widos am 21. Februar 891 den Titel eines Erzkanzlers führt (vgl. Reg. 900), ist neben einem in dem genannten D 2 als Rekognoszent (in Vertretung des Helbuncus) und Schreiber bezeugten Kapellan Heurardus die einzige Kanzleikraft Widos, die wir vor seiner Kaiserkrönung kennen; vgl. Schiaparelli, Ricerche II, S. 12f. Er wird 895 als Nachfolger des einflußreichen Wibodo (zu diesem s. schon B-Zi 656; vgl. Regg. 900-903 u.ö.) Bischof von Parma; vgl. Pochettino, Vescovi, S. 422f. - Zum Markgrafen Adalbert II. von Tuszien, dessen Vater (Adalbert I.) eine Schwester Widos, Rothilde, geheiratet hat (daher die Bezeichnung nepos), s. Keller, Struktur, S. 205f. Adalbert II. selbst hat in zweiter Ehe eine Karolingerin, die Tochter Lothars II., Berta geheiratet (vgl. Reg. 1065, Kommentar); seine Nennung als Petent zeigt, daß Wido im Unterschied zu Berengar sofort nach seiner Königswahl auch in Tuszien anerkannt wird; vgl. Hiestand, Byzanz, S. 51. Der Empfänger, Bischof Zenobius von Fiesole, begegnet noch 899 in einer Urkunde Berengars als Petent für das Bistum Florenz (Reg. 1088), nachdem jener nach dem Tode Widos und Lamberts seine Herrschaft nach Süden ausgedehnt hat; vgl. Fasoli, I re d'Italia, S. 58. - Zu den Orten vgl. Repetti, Dizionario geografico I, S. 371; II, S. 111; III, S. 499 u. V, S. 8 (jeweils mit Erwähnung unseres Stückes).

Nachtrag einreichen
Einreichen
Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 879, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0889-05-27_1_0_1_3_2_880_879
(Abgerufen am 29.03.2017).