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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,2

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Berengar bestätigt dem Kloster Bobbio (Ebobiense coenobium) unter Abt Aginulf nach dem Vorgang Kaiser Karls (III.), seines senior et consobrinus (Dep. B-Zi 771), das Inquisitionsrecht, den detailliert aufgeführten Besitz, die an das Kloster ergangenen päpstlichen Privilegien sowie den den Mönchen zugewiesenen Güteranteil, dessen Immunität er bekräftigt (sub nostra ... emunitate et mundeburdo) und den er von dem Zugriff des Fiskus und allen öffentlichen Leistungen befreit. - Pön 60 Pfund Gold und Huldentzug. - Gebetswunsch pro nostra totiusque regni nostri augmento et stabilimento. - Petrus not. iussione regia. - M. - a. inc. 888, a. r. 1, Ind. 6. - "Decentissimum atque".

Originaldatierung:
(-, Curte Alta curte regia)

Überlieferung/Literatur

Kopien: Turin, Arch. di Stato, Sez. prima, S. Colombano di Bobbio, categ. Ia, mazzo I, n. 19, Kopie 9710. Jh. (B). Zu einer hiervon abhängigen Kopie 18. Jh. vgl. Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, S. 3. - Drucke: Schiaparelli, Diploma inedito, S. 538-550 (mit einem Teilfaksimile) = Fainelli, CD Veronese II, Nr. 7 S. 6-10; Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. 1 S. 3-8; Cipolla, CD di Bobbio I, Nr. 69 S. 230-236. Auszüge auch bei Cessi, Documenti di Venezia II, Nr. 19 S. 27; die Datierung schon bei Muratori. Rer. Ital. SS II, S. 416 Nr. III. - Reg.: B 1290.

Kommentar

Die teilweise die Elongata des Originals imitierende Kopie ist heute nur noch verstümmelt erhalten, wodurch insbesondere das Protokoll und der Anfang der Dispositio verloren gegangen sind; vgl. den Rekonstruktionsversuch durch Schiaparelli, a.a.O., sowie Schiaparelli, Diploma inedito (mit einem Faksimile). Das Tagesdatum mit der Nennung des Monats ist - bedingt durch den schlechten Erhaltungszustand - ebenfalls fortgefallen, doch hat Schiaparelli, Vorbemerkung, in einer umsichtigen paläographischen Beweisführung, die sich vor allem auf die in der Kopie noch erkennbaren bzw. nicht vorhandenen Abkürzungen und Ober- bzw. Unterlängen stützt, wahrscheinlich gemacht, daß das Stück Anfang März 888 ausgestellt worden sein muß (zu ergänzen wäre also [.VI.-.III. Non. Mart.]); zustimmend Cipolla, a.a.O., Vorbemerkung. Der Notar Petrus führt noch im gleichen Monat den Kanzlertitel (Reg. 861) und steigt später zum Erzkanzler auf, wodurch sich die Zuweisung in einen späteren Monat (die Indiktion 6 endet am 31. August 888) verbietet; vgl. Schiaparelli, Ricerche I, S. 9-12, 16. - Der Königshof Curtis Alta liegt in Verona (Cortalta), wie aus dem Kontext von Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. 14 (Reg. 1018) hervorgeht; vgl. auch Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. 117 (Reg. 1331), bes. S. 306 Z. 1. Nach Mor, Dalla caduta, S. 40 (dort auch zur genauen Lage), soll er mit dem älteren Herzogshof (curtis ducalis) identisch sein; vgl. aber Cavallari, Ricerche, S. 36f. Daneben gibt es in Verona unweit der Etsch einen weiteren Königshof, auf dessen Areal Berengar 915 die Kirche S. Salvatore stiftet ( Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. 97 = Reg. 1288). Vgl. auch Baur, Reichsgut in Venetien, S. 9f. - Verona nimmt im Itinerar Berengars nach Pavia die wichtigste Stelle ein, man kann die Stadt geradezu als seine zweite Residenz bezeichnen, vor allem dann, wenn Pavia in den Händen seiner Gegner ist; vgl. Brühl, Fodrum I, S. 405; Castagnetti, Veneto, S. 64. - Die erste überlieferte Urkunde Berengars wiederholt ein nicht erhaltenes D Karls III. ( Lechner, Nr. 70 = B-Zi 771), das seinerseits auf D Lu.II.31 ( B-Zi 192) und D Kn.6 ( B-Zi 534) basiert und später von Wido, Lambert und Berengar I. selbst noch einmal wiederholt wird (vgl. Regg. 940, 1030 u. 1164); vgl. auch Schiaparelli, I Diplomi di Berengario I, Nr. 41 (Reg. 1166) und D O.I. † 412. Zur ungewöhnlichen vorgezogenen Stellung der Pön, die für die ganze zitierte Urkundengruppe typisch ist, vgl. Schiaparelli, Ricerche I, S. 65. - Abt Aginulf (oder Agilulf) von Bobbio (883-896) wird schon in einem gefälschten Privileg Karls III. von angeblich 883 Februar 20 genannt ( D Ka.III. † 182 = B-Zi † 701). - Die Besitzliste hat Cipolla, a.a.O., S. 232f., untersucht; vgl. auch Buzzi, CD di Bobbio III, bes. S. 54-65. - Vgl. noch Pivano, Stato e chiesa, S. 40; Arnaldi, Berengario I, S. 11; Settia, Pavia, S. 112 Nr. 11.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,2 n. 860, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0888-03-02_1_0_1_3_2_861_860
(Abgerufen am 20.10.2017).