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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Karl bestätigt dem Abt Agilulf von Bobbio, seinem getreuen Grafen, auf Bitten der Bischöfe Liutward von Vercelli, seines summus consciliarius (!) und Erzkanzlers, und Wibodo von Parma nach dem Beispiel seiner Vorgänger die Grafschaft Bobbio, investiert ihn mit einem goldenen Ring und bestätigt die von seinen Vorgängern verliehenen Privilegien. - Pön 100 Pfund Gold. - Zeugenliste. - Inquirinus not. ad vicem Luitardi archicanz. - a. inc. 883, a. r. 5, imp. 2, Ind. 1. - "Cum precibus fidelium".

Überlieferung/Literatur

Kopien: Turin, Arch. di Stato, Sez. Ia, S. Colombano di Bobbio, Categoria Ia, mazzo 1, n. 17, notar. Kopie von 1313 Mai 16 (nach einem angeblichen Notarsinstrument von 1172 Nov. 18) (B); ebd., Kopie 14. Jh. (B1). Weitere neuzeitl. Kopien verzeichnet Cipolla, CD di Bobbio I, S. 224. - Drucke: Anon. Einzeldruck (ohne Ort), Turin, Arch. di Stato, Sez. Ia, S. Colombano di Bobbio, cat. Ia, mazzo 1, n. 17; Ughelli, Italia sacra IV1, Sp. 1339f. = IV2, Sp. 964f.; Margarini, Bullarium Casinense II, Nr. 42 S. 35f.; Hist. Patriae Mon., Chart. I, Nr. 39 Sp. 66f. (zu April 22); Cipolla, a.a.O., Nr. 67 S. 223-230; D Ka.III. †182. Teildruck auch bei Buzzi, CD di Bobbio III, S. 62-64 (mit einem Rekonstruktionsversuch der echten Vorlage). - Regg.: B 956 (zu April 22); Mühlbacher, Die Urkunden Karls III., Nr. 78 (zu April 22); Fainelli, CD Veronese I, Nr. 288 S. 433; M1 1613 = M2 1657 (zu April 22).

Kommentar

In dem Kürzel über Ma. in der Monatsangabe erkennt Kehr ein r (Mar.), doch ist die Lesung Mai. wohl nicht ganz auszuschließen. - Während Mühlbacher, Die Urkunden Karls III., S. 484f., die Datierung nebst Rekognition noch für authentisch gehalten hatte und auch Buzzi, a.a.O., den Versuch unternommen hat, den echten Kern der "üblen" Fälschung ( Kehr) herauszuschälen, ist mit Kehr davon auszugehen, daß wir es mit einer Ganzfälschung zu tun haben. Der Falsarius hat allerdings ein echtes Diplom Karls für Bobbio ( Lechner, Nr. 70 = Reg. 771) herangezogen; daneben besteht ein Zusammenhang mit D Lo.I. †144, D HuLo.51 und jüngeren Bobbieser Falsifikaten zur Behauptung der Grafschaftsrechte Bobbios, schließlich auch mit D Ka.III.†181 (Reg. †700) für die Rizzoli; vgl. Kehr, Vorbemerkung, und bes. Schieffer, Vorbemerkung zu D Lo.I.†144. Strittig ist der Zeitpunkt der Fälschung, entweder vor 1172, d.h. dem Zeitpunkt der angeblich ersten notariellen Beglaubigung, oder erst gegen Ende des 13. Jh.; vgl. Schieffer, a.a.O. (mit weiterer Lit.). - Zu Abt Agilulf von Bobbio (ca. 883-896) vgl. Buzzi, CD di Bobbio I, S. 28, 227 u.ö.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. F701, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0883-02-20_1_0_1_3_1_4928_F701
(Abgerufen am 19.10.2017).