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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Karl, der in Ravenna Papst Johannes (VIII.) getroffen hat (vgl. Reg. 681) und dort die Beschwerden der Bischöfe und des Volkes (episcoporum et populi proclamatio) über die Übergriffe der öffentlichen Amtsträger (a seculari et publica potestate) vernommen hat, welche unter Mißachtung der von seinen Vorgängern ausgesprochenen Verbote auf Kirchengut Placita abhalten, die freien und unfreien Hintersassen belangen, Abgaben, Geschenke und Leistungen nicht nur von diesen, sondern sogar von allen freien Arimannen und Kirchenleuten fordern, verfügt nach Beratung mit den Bischöfen, Grafen und Getreuen die Abstellung dieser Mißbräuche und bestimmt im einzelnen, daß die öffentlichen Amtsträger auf dem Besitz der bischöflichen Kirche von Arezzo keine Placita abhalten und die Kirchenleute nicht zu Abgaben und Leistungen heranziehen dürfen, ferner, daß die freien Hintersassen und Arimannen nur durch den advocatus dem Gericht zugeführt werden dürfen; auch untersagt er es, fremdes Gut nur auf Grund einer cartula ohne förmliche Investitur in Besitz zu nehmen; schließlich ordnet er an, daß diese mit dem Rat so vieler Bischöfe und Getreuen erlassenen Bestimmungen überall im Reich (per totius nostri imperii fines in toto regno Romanorum et Langobardorum et ducatus Italie, Spoleti et Tuscie) beachtet werden sollen. - Pön 100 Pfund Gold. - Text nahezu identisch mit D 49 (Reg. 683). - Inquirinus not. ad vicem Liutuuardi archicanc. - MF. SR. SI. - a. inc. 883, a. imp. 2, Ind. 15. - "Si petitionibus sacerdotum".

Überlieferung/Literatur

Or. Arezzo, Arch. Capitolare, perg. n. 26 (A). - Kopien: Ebd., perg. n. 27, Kopie 10. Jh. (B). - Drucke: Muratori, Antiq. Ital. I, Sp. 869f. = Fantuzzi, Mon. Ravennati V, S. 240-242 Nr. 23 = Mansi XVII, Sp. 560-562; Pasqui, Documenti di Arezzo I, Nr. 49 S. 71f.; Vesi, Documenti di Romagna I, S. 118-122 (zu 883); D Ka.III.50. - Regg.: B 939; Mühlbacher, Die Urkunden Karls III., Nr. 55; M1 1590 = M2 1633.

Kommentar

D 50 wurde von Inquirinus B geschrieben, auf dessen Konto wahrscheinlich schon D 49 (Reg. 683) ging; vgl. Kehr, Vorbemerkung. Der Wortlaut ist nahezu identisch mit jenem in DD 49 u. 51-52 (Regg. 685-686), die alle vom selben Tage datieren. Zur Sache vgl. schon Regg. 681 u. 683; s. auch Tabacco, Arezzo, Siena, Chiusi, S. 181. Einzelne Bestimmungen werden später in D Lu.III.2 für die Kirche von Arezzo wiederholt. Bischof war dort 882 Johannes (ca. 868-900), der zu den engsten Anhängern Karls d. Kahlen gezählt hatte (vgl. Regg. 477-478 u.ö.).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 684, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0882-02-15_1_0_1_3_1_4911_684
(Abgerufen am 26.06.2017).