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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Karl beauftragt seinen Getreuen, den Grafen Hubald (Hubaldo comes fideli nostro), den Priestern der Kirche SS. Antonino e Vittore in Piacenza (sacerdotes Placentine civitatis, qui deserviunt in aecclesia beati Antonini martyris et Victoris confessoris Christi) beizustehen (eis adiutor et defensor existas), wenn ihnen der Besitz in den Orten Vvintiola seu Casalias und den umliegenden Ländereien, den sie von der Gemahlin des in ihrer Kirche beigesetzten Königs Lothar (II.), Theutberga (Teutberga coniux Lotharii regis), mit der Auflage erhalten haben, für den Verstorbenen zu beten (omni tempore preces ad Dominum pro eo fundant) und den Karl auf Bitten der Geistlichen in seinen Schutz genommen hat (sub nostra tuitione haberemus, sicuti et fecimus [ D Ka.III.39 = Reg. 665]), bestritten werden sollte. - Undatiertes Mandat.

Überlieferung/Literatur

Kopie: Piacenza, Arch. di S. Antonino, cass. Boselli, n. 69, Kopie Ende 11. Jh. (B). - Drucke: Campi, Dell'historia di Piacenza I, S. 468 Nr. 21; D Ka.III.40; Falconi, Le carte di S. Antonino di Piacenza, Nr. 46 S. 79f. - Regg.: Mühlbacher, Die Urkunden Karls III., Nr. 43; M1 1578 = M2 1621.

Kommentar

Wie Inhalt und Kaisertitel es wahrscheinlich machen, wird das einzig überlieferte Mandat Karls im Zusammenhang mit D 39 (Reg. 665) und jedenfalls vor seiner Abreise nach Norden (Reg. 667) ausgestellt worden sein. Zwar wird des Seelenheils des am 8. August 869 in Piacenza verstorbenen Lothars II. (Reg. 300) auch in D Ka.III.27 (Reg. 635) gedacht, doch war Karl damals noch nicht Kaiser; auch kann sich der zitierte Passus, in dem vom Schutz der Kirchenguter der Kanoniker die Rede ist, nicht auf D 27 beziehen, sondern doch wohl auf D 39, wodurch sich ein sicherer Terminus ante ergibt. - Zu einzelnen Anklängen an das Diktat der übrigen Urkunden Karls für Piacenza vgl. Kehr, Vorbemerkung. - Von der erwähnten Schenkung der Theutberga, die wohl bald nach dem Tod Lothars in Piacenza eintraf (vgl. Dümmler II2, S. 243), ist sonst nichts weiter bekannt; Schieffers, DD Lo.II., hat sie nicht als Deperditum berücksichtigt (vgl. Schieffers, a.a.O., S. 372). Die genannten Orte sind nicht zu identifizieren und fehlen auch in der Ortsliste des D 27. - Hlawitschka, Franken, S. 199f., vermutet, daß Graf Hubald der Vater des Grafen Bonifaz von Bologna war.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 666, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0881-05-11_2_0_1_3_1_4892_666
(Abgerufen am 22.01.2017).