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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Karl überträgt dem Diakon Garibert von Piacenza (Garibertus Placentine civitatis diaconus) auf Bitten seines Erzkanzlers und consiliarius, des Bischofs Liutward (von Vercelli), aus Königsgut ein Grundstück (terrolam proprietatis regni nostri) in Piacenza an der königlichen Stadtmauer neben dem Anwesen des Garibert (in predicta civitate, que prope murum regium esse videtur iusta mansionem illius) mitsamt der Vormauer (cum antemurale) und dem Streifen Land jenseits der Mauer in genannter Lage in der Größe von sechs pertiches legitimas iugialis zu freiem Eigen. - Pön 4000 Mankusen Gold. - Heuerardus not. ad vicem Liutoardi archicang. - Fiktive Datierung: a. inc. 884, a. r. 3, Ind. 1. - "Omnibus sancte".

Überlieferung/Literatur

Kopien: Piacenza, Arch. capitolare, Insert in Or.-Placitum von angebl. 885 Aug., Cant. I, cassetta 5, giudizi, n. 3 (B). Eine Kopie 18. Jh. aus B verzeichnet Schiaparelli, Documenti inediti di Piacenza, S. 186. - Drucke des Placitum: Schiaparelli, a.a.O., S. 186-189 Nr. 1; Manaresi. Placiti I, Nr. 91 S. 328-332; vgl. Reg. 645. Erwähnt bei Campi, Dell'historia di Piacenza I, S. 230 = Poggiali, Memorie di Piacenza III, S. 52f. - Druck des Diploms: D Ka.III.29. - Reg.: M2 1656 (zu 883 April 11); vgl. Mühlbacher, Die Urkunden Karls III., S. 393 Anm. 1; Reg. 645.

Kommentar

D 29, das inhaltlich in engem Zusammenhang mit D Ka.III. 114 (Reg. 758) für den gleichen Empfänger steht, wirft schwierige chronologische Fragen auf, über die nach Mühlbacher auch Kehr und Manaresi gehandelt haben. Danach ist das angegebene Datum: Pavia, 883 April 11, aller Wahrscheinlichkeit nach fiktiv, vielmehr war das Präzept ursprünglich überhaupt nicht datiert. Der Vermutung Kehrs, daß anläßlich der Niederschrift des Placitum im August 885 die Datierung aus D 114 (885 April 11, Pavia) mit geänderten Jahreszahlen in D 29 übernommen worden sei (vgl. auch Kehr, DD Ka.III., S. XLVIIf.), steht entgegen, daß nach den Darlegungen Manaresis auch die Datierung des Placitum verderbt ist; zudem ist dort nur von einem einzigen Präzept Karls für Garibert die Rede, so daß D 114 (Reg. 758) wohl erst nach dem Placitum ausgestellt wurde. Man kann aus all diesen Gründen D 29 nur inhaltlich-historisch datieren - was bereits Kehr getan hat - und gelangt dabei in den November oder Dezember 880, da der Rekognoszent, der ehemalige Kanzler Ludwigs von Ostfranken, Hebarhard, etwa zu jener Zeit erstmals am Hofe Karls III. begegnet, ein späterer Zeitpunkt aber wegen der Ortsangabe und des Königstitels Karls nicht in Frage kommt. Zudem ist Karl Ende Dezember 880 in Piacenza, wo der Empfänger Garibert Diakon war, tatsächlich mehrere Tage lang nachweisbar (Regg. 634-635 u. 637). - In dem genannten Placitum wird Garibert als Sohn des Johannes de Robereto bezeichnet (Roveleto, Com. Cadeo, Prov. Piacenza). - Vgl. auch Reg. 758.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 638, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0880-11-00_1_0_1_3_1_4864_638
(Abgerufen am 25.03.2017).