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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Placitum in Gegenwart Karls (ubi domnus Karolus rex preerat) in der Pfalz zu Pavia intus caminata maiore, qui est ante mactia, unter Vorsitz des Pfalzgrafen Boderad (Boderadus comes palacii) und mit Beteiligung der Bischöfe Johannes (II.) von Pavia und Aichard von Vicenza, der Grafen Suppo (II.) und Berengar, der Pfalzrichter (iudices sacri palatii) Adelbertus, Leo, Petrus, Fulbertus, Ursepertus, Ragimbertus, Ritpertus, Johannes, Poto, Natalis, Leo, Gariardus, Natalis, Ursus und Martinus und weiterer Beisitzer. Der Klage des Abts Amblulf (II.) von Novalesa (Amblulfus aba monasterii sanctorum Petri et Andree sito Novalitio) und seines advocatus, des Schöffen Rodericus aus Turin (Rodericus scavinus Taurinensis) gegen einen gewissen Maurinus filius quondam Petri de valle Seusia (Susatal) de villa qui dicitur Ultes (Oulx, Prov. Turin) und seines Sohnes Anseuertus, die den Status der Hörigkeit abstreiten, wird auf Grund eines im Placitum des Grafen Suppo von April 880 in Turin gefällten Urteils, das die Kläger, wie damals bestimmt, vorlegen (teilweise Insert des Placitum = Reg. 617), stattgegeben, da die Beklagten für ihren schon damals erhobenen Einwand, das Urteil sei erpreßt worden (omnia per forcia nobis factum fuit), keinen Beweis erbringen können. - Aldegrauso not. ex suprascriptorum iudicum admonitionem. - a. r. in It. 2, Ind. 14. - Unterschrift des Pfalzgrafen Boderad und von sechs Pfalzrichtern. - "Dum in Dei nomine".

Überlieferung/Literatur

Or. Turin, Arch. di Stato, Abbazia della Novalesa, busta II (A). - Kopien: Ebd., Kopie 11./12. Jh. Davon abhängige jüngere Kopien verzeichnet Cipolla, Mon. Novaliciensia I, S. 89. - Teilfaksimile Cipolla, a.a.O., Taf. IV nach S. 92 (die letzten 15 Zeilen). - Drucke: Muratori, Antiq. Ital. I, Sp. 359-362 = Rivautella/Berta, Ulciensis eccl. chart., Praefatio, S. VI-VIII; Historiae patriae monumenta 1, Chart. I, Nr. 37 Sp. 62-64; Cipolla, a.a.O., Nr. 32 S. 88-94; D Ka.III.25; Manaresi, Placiti I, Nr. 89 S. 318-322. - Regg.: Hübner, Nr. 792; Mühlbacher, Die Urkunden Karls III., Nr. 28; Cipolla, Fonti edite, Nr. 93 S. 84; M1 1562 = M2 1605.

Kommentar

D 25 ist wie eine übliche Notitia iudicati ohne Anklänge an das Formular der Königsurkunden von einem der anwesenden Notare geschrieben worden, wobei die Anwesenheit des Königs nurmehr einleitend erwähnt wird; vgl. Mühlbacher, Die Urkunden Karls III., S. 471. Der schreibende Notar Aldegrausus ist vielleicht mit dem Pfalzrichter identisch, der noch mehrfach begegnet; vgl. Regg. 717, 750 u. 764. - Zu Bischof Johannes II. von Pavia s. Reg. 615. Zu Aichard (Eicardus) von Vicenza s. Riesenberger, S. 199. Zum Pfalzgrafen Boderad, der bereits unter Ludwig II. amtiert, s. Meyer, Pfalzgrafen, S. 462. Zu dem einflußreichen Grafen Suppo (II.) und den beiden Königsboten, die das verlorene Placitum im April 880 in Turin abhielten, vgl. Reg. 617. Graf Berengar, der nicht mit dem Markgrafen von Friaul verwechselt werden darf, fungiert auch noch in D Ka.III. 31 (Reg. 653) als Richter. Die zahlreichen Pfalzrichter sind zum Teil bereits unter Ludwig II. nachweisbar; der gleiche Kreis hat sich auch 883 Juni zusammen mit Karl in Nonantola aufgehalten (Reg. 717). Vgl. noch Dümmler III2, S. 178. - Abt Amblulf II. von Novalesa ist nur hier bezeugt; vgl. Cipolla, Antichi inventari, S. 150; Cipolla, Mon. Novaliciensia I, S. 438; II, S. 321 (Register, dort zusammen mit Amblulf I. ausgewiesen). Zu den älteren Urkunden für Novalesa vgl. vor allem D Lo.I.92. - Anfang November trat in Rom auch eine Synode zusammen ( Werminghoff, Verzeichnis, S. 657). Ob Karl durch einen Missus vertreten war, ist nicht bekannt.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 633, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0880-11-00_1_0_1_3_1_4859_633
(Abgerufen am 23.03.2017).