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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Karl bricht sein Lager vor Vienne ab und zieht nach Italien.

Überlieferung/Literatur

Ann. Bertin. a. 880, ed. Grat, S. 243; Ann. Vedast. a. 880, ed. v. Simson, S. 47. Vgl. Ann. Weingart. a. 881, ed. Pertz, SS I, S. 66. - Regg.: M2 1604c, d.

Kommentar

Da Karl noch vor Ablauf des Novembers in Pavia angelangt ist (Reg. 633), muß er spätestens Anfang November von Vienne aus aufgebrochen sein. Daß er zu diesem Zeitpunkt bereits das auf den 30. Oktober datierte Schreiben des Papstes erhalten (Reg. 631) und daß dieses ihn zum Aufbruch bewogen haben sollte (so Dümmler III2, S. 178), ist ganz unwahrscheinlich. Insofern ist auch ein etwas früherer Aufbruchtermin, etwa im Verlauf des Oktober, nicht auszuschließen. Daß er über den Mont Cenis gezogen sein wird, vermutet Oehlmann, Alpenpässe I, S. 205. Der Grund für seine überstürzte Abreise, die nach den Ann. Vedast. heimlich bei Nacht erfolgt sei (Karolus vero rex de nocte consurgens, ignorantibus Hludowico et Karlomanno, igne sua castra concremavit atque ita revertitur in sua), bleibt unklar. Hinkmar erwähnt wechselseitige Eide, die (wohl noch vor Vienne) zwischen Karl und den westfränkischen Königen Karlmann II. und Ludwig III. ausgetauscht wurden: mox ut quaedam sacramenta utrimque inter eos facta fuerunt, ab ipsa obsidione recessit et in Italiam perrexit. - Vgl. noch Hartmann III/2, S. 74; Schneider, Brüdergemeine, S. 170, 184.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 632, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0880-10-00_1_0_1_3_1_4858_632
(Abgerufen am 21.09.2017).