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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Karl schickt Bischof Wibodo (von Parma) mit einem Schreiben (regie magnitudinis vestre receptis apicibus ac diligenter perlectis) und mündlichen Instruktionen zu Papst Johannes (VIII.) nach Rom, stellt sein baldiges Kommen in Aussicht und sucht um Aufklärung über verschiedene Dinge nach.

Überlieferung/Literatur

Deperditum, erwähnt im Schreiben Johanns VIII. an Karl von 880 (Juli) ( J-E 3321), Epp. VII, S. 225f. Nr. 257, bes. S. 225 Z. 13ff. - Reg.: Lechner, Nr. 234. Vgl. M2 1604d.

Kommentar

Wahrscheinlich wird das Schreiben Karls erst nach seiner Abreise aus Italien ergangen sein. Über seinen Inhalt erfahren wir nichts Konkretes. So soll Karl nach dem Brauch seiner Vorfahren den Wunsch geäußert haben, über die päpstliche Lehrautorität unterrichtet zu werden; auch soll er sich bereit erklärt haben, nach päpstlichem Rat das auszuführen, was für die Römische Kirche und die Verteidigung der Christenheit heilsam und nützlich sei (diligenter perlectis, quia more Christianissimorum principum parentum vestrorum ammonitionis et exhortationis nostre doctrina repleri vos velle cognoscimus nostroque consultu ea, que sancte matri vestre Romane ecclesie et totius Christianitatis defensioni salubria ac utilia esse videntur, animo libenti cupiatis perficere [Z. 13-17] - wohl eine Anspielung auf das Pactum). Wie sich aus dem päpstlichen Antwortschreiben indirekt aber ergibt, war Karl vor allem durch die Kontakte beunruhigt, die der Papst mit dem byzantinischen Kaiser Basilius I. geknüpft hatte. Auch wollte er die Haltung des Papstes in der durch die Königswahl Bosos heraufbeschworenen Lage erkunden. Daß er auch in der umstrittenen Pactum-Frage ein Einlenken signalisiert habe, vermutet Hlawitschka, Widonen, S. 78. Vgl. noch Dümmler III2, S. 176f.; Hartmann III/2, S. 72f.; Drabek, Verträge, S. 57; s. auch Reg. 623.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. D622, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0880-05-00_2_0_1_3_1_4848_D622
(Abgerufen am 18.10.2017).