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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Karl bestätigt seiner geliebten (geistigen) Schwester, der Kaiserin Angilberga, Gemahlin seines verstorbenen consobrinus Kaiser Ludwig (II.) (Angiberga [!] dignae recordationis Hludouuici excellentissimi imperatoris consobrini nostri coniux augusta, dilecta soror nostra), auf deren Bitten sämtlichen von ihrem Gemahl, von seinem eigenen Bruder König Karlmann (Karlomannus frater noster gloriosus rex) sowie von anderen Vorfahren und Verwandten urkundlich übertragenen und von Dritten rechtmäßig erworbenen sowie schon von seinem Vater (Ludwig von Ostfranken) (noster genitor divae memoriae clementissimus rex) bestätigten Besitz ( D LD. 171), den sie, so wie es in den Urkunden festgelegt worden ist, entweder zu lebenslangem Nießbrauch oder zu freiem Eigen besitzen soll, und bekräftigt wie schon sein Vater, daß sie über den gesamten Besitz zu ihrem und ihres Gemahls Seelenheil zugunsten frommer Stiftungen oder auch anderweitig verfügen darf. - Poena spiritualis und 100 Pfund Gold. - Hernustus subdiac. ad vicem Liutuuardi. - MF. SR. SI. - a. inc. 880, a. r. in It. 1, Ind. 13. - "Noverit igitur".

Überlieferung/Literatur

Or. Parma, Arch. di Stato, Diplomatico, Dipl. imp., cass. 2, n. 35 (A). - Kopien: Ebd., Diplomatico, Dipl. imp., cass. 2, n. 36, Kopie 13. Jh. - Drucke: Muratori, Antiq. Ital. I, Sp. 559-561 = Heumann, Commentarii de re diplom. imperatricum, S. 61-63 = Benassi, CD Parmense I, Nr. 29 S. 171-174; D Ka.III.22. - Regg.: B 917; Mühlbacher, Die Urkunden Karls III, Nr. 25; M1 1559 = M2 1602.

Kommentar

D 22 stammt von der Hand des Hernustus, der sich hier ausnahmsweise subdiaconus (nicht wie sonst notarius) nennt und im Eschatokoll sowohl den Erzkanzlertitel Liutwards als auch die fränkischen Regierungsjahre weggelassen hat. Das Diktat weist viele Anklänge an den sog. Kanzleistil Ludwigs II. auf, doch wurde keine der zahlreichen Urkunden Ludwigs II. für seine Gemahlin ausgeschrieben (auch D LD. 171 formuliert durchweg eigenständig); Kehr vermutet, daß sich Hernustus eines aus der Umgebung der Kaiserin stammenden Entwurfs bedient hat. Die genannten Urkunden Karlmanns für Angilberga sind nicht erhalten, wohl aber jene für S. Sisto in Piacenza ( DD Kn.5, 16, 27 = Regg. 533, 555 u. 573), die Gründung der Kaiserin, aus dessen Archiv alle Stücke stammen; vgl. auch DD Ka.III.56 u. 166 (Regg. 695 u. 766).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 613, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0880-03-23_1_0_1_3_1_4839_613
(Abgerufen am 20.01.2017).