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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Karlmann bestätigt der der Jungfrau Maria geweihten Bischofskirche von Novara (Novariensis ecclesiae ... beata sedes, quae est constructa in honore s. Dei genitricis semperque virginis Mariae) auf Bitten des dortigen Bischofs Noting gemäß einem von diesem vorgelegten Immunitätsprivileg Kaiser Ludwigs (II.), seines consobrinus ( M2 1198 = Reg. 123), der seinerseits entsprechende Privilegien seines Großvaters Ludwig (d. Fr.) und seines Vaters Lothar (I.) bestätigt hatte (Depp.), Immunität mit Königsschutz (sub tuitionis atque immunitatis nostrae defensione), schärft die Befreiung von den namentlich aufgeführten öffentlichen Abgaben und Leistungen ein und unterstellt ihr neuerlich die entfremdete Kirche S. Clemente. - Gebetswunsch pro incolumitate nostra sive etiam totius imperii a Deo nobis collati. - Pön secundum legem infractae immunitatis. - Baldo canc. ad vicem Theotmari archicanc. - M. - a. r. in It. 1, Ind. 11. - "Si erga loca".

Überlieferung/Literatur

Keine handschr. Überlieferung. - Drucke: Muratori, Antiq. Ital. I, Sp. 927-928, angeblich aus dem "Tabularium" von S. Giulia d'Orta (zu 878) = Heumann, Commentarii de re diplom. imperatorum II, S. 251 (Auszüge) = Cappelletti, Le chiese d'Italia XIV, S. 453 (ohne Actum) = Bescape, La Novara sacra, S. 286f. (mit ital. Übersetzung, zu XIV. Kal. Nov.) Le carte di Santa Maria di Novara 1, Nr. 11 S. 14-16 (zu Oktober 19); D Kn.7. - Regg.: B 862; Cipolla, Fonti edite, Nr. 85 S. 53; Fainelli, CD Veronese I, Nr. 261 S. 391f.; M1 1484 = M2 1526.

Kommentar

Zum Ausstellort an der von Bergamo nach Verona führenden Via Postumia s. Darmstädter, Reichsgut, S. 80f. - D Kn.7 stellt bis auf die Bestätigung der Kirche S. Clemente eine nahezu wörtliche Wiederholung des M2 1198 (Reg. 123) dar und wurde wie die VU von Muratori wohl nach einer Kopie gedruckt, die von dem jetzt nicht mehr vollständigen Rotulus von Novara abhing; vgl. Jaksch, Unedirte Diplome aus Novara, S. 446f.; Schiaparelli, Il Rotolo di Novara. Die jüngeren Kopien des Novareser Kanonikers Carlo F. Frasconi (19. Jh.; vgl. Kehr, IP VI/2, S. 61) sind wohl bereits von Muratori abhängig und weisen willkürliche Änderungen auf. Einem Kopistenfehler ist wohl das archicanc. anstelle des üblichen archicap. in der Rekognition zuzuschreiben. Nach der Vermutung Kehrs stammte das Or. bis auf die Datierung (diese wohl vom Kanzlisten C) von Empfängerhand; vgl. Kehr, Vorbemerkung; Kehr, Kanzlei Karlmanns, S. 14, 20, 22. Vgl. auch das folgende Reg. - Zu Bischof Noting (bez. 877-879) vgl. Savio, Vescovi I, S. 256; Hlawitschka, Diptychen, bes. S. 774; s. auch Reg. 588.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 535, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0877-10-29_1_0_1_3_1_4755_535
(Abgerufen am 23.03.2017).