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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Karl, der von Abt Eudo von Vézelay (monasterium [auch: cenobium] Virzelliacense ... quod situm est super Coram fluvium et est edificatum in honore Domini nostri Iesu Christi eiusdemque genitricis semper virginis Marie et s. Petri necnon et s. Andeoli martiris) gebeten worden ist, bei Papst Johannes (VIII.) ein Bestätigungsprivileg für den Klosterbesitz zu erwirken, den der Abt und die Mönche ex dono apostolico inne haben, kommt dieser Bitte nach und bestätigt seinerseits den Klosterbesitz, so wie er im Privileg des Papstes, das er ausdrücklich bekräftigt, aufgeführt ist. - Adalgarius episcopus ad vicem Gautlini. - a. r. 38, a. imp. 2, Ind. 11. - "Divina ordinatione".

Überlieferung/Literatur

Kopien: Florenz, Bibl. Medicea Laurenziana, Cod. Plut. XIV.21 (Chartular von Vézelay), 12. Jh., fol. 166r (vormals p. 31) (C). - Drucke: Bandini, Catalogus I, Sp. 135 Nr. 10; D KdK.446.

Kommentar

Der von Tessier nicht identifizierte Ausstellort Rubiana villa dürfte mit Robbio (Prov. Pavia), dem ersten Etappenort an der Via Francigena von Vercelli nach Pavia (13 km südöstlich Vercelli; vgl. Schrod, Reichsstrassen, S. 31) identisch sein und fügt sich damit gut ins Itinerar ein. - Außergewöhnlich ist das Eschatokoll, in dem Bischof Adalgar (von Autun), der ehemalige Kanzleinotar, als Rekognoszent fungiert und, wie Tessier vermutet, auch den Kontext verfaßt und mundiert hat; vgl. Tessier III, S. 80; s. auch Regg. 516-518. - Die auffallend ausführliche Arenga begegnet in abgewandelter Form schon in D KdK.408 für St-Vaast zu Arras mit seinem ähnlichen Rechtsinhalt; vgl. Hausmann/Gawlik, Nr. 735. - Unklar ist, welches Papstprivileg, das Karl erwirkt hat, gemeint ist. In dem einzig überlieferten Privileg Johanns VIII. für Vézelay, das erst von 878 September 19 stammt ( J-E 3189, ed. Huygens, Mon. Vizeliacensia, S. 259-261 Nr. 4), wird Karl mit keiner Silbe erwähnt. Es ist daher zu vermuten, daß es daneben ein älteres nicht erhaltenes Privileg für Vézelay gegeben hat. - Hintergrund des engen Zusammenwirkens von Papst und Kaiser war die Übertragung des 864 gegründeten Klosters durch den Gründer, den Grafen Gerard von Vienne, an den Papst, worauf Johannes VIII. in seinem Privileg ausdrücklich hinweist; vgl. D KdK.309.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 521, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0877-09-10_1_0_1_3_1_4741_521
(Abgerufen am 30.05.2017).