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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Karl zieht sich zusammen mit dem Papst von Pavia nach Tortona zurück, wo Johannes (VIII.) die Gemahlin des Kaisers, Richilde, zur Kaiserin krönt (consecrata in imperatricem). Anschließend tritt die Kaiserin mit ihrem Schatz die Rückreise in die Maurienne (versus Moriennam) an.

Überlieferung/Literatur

Ann. Bertin. a. 877, ed. Grat, S. 215f.

Kommentar

Tortona liegt eine gute Tagesreise (50 km) südwestlich von Pavia bereits auf der gegenüberliegenden Seite des Po an der Straße, die die Poebene mit dem ligurischen Meer, das sie bei Genua erreicht, verbindet (die alte römische Via Postumia); vgl. Schrod Reichsstrassen, S. 32, 36. Maßgeblich für diesen Rückzug war offensichtlich die strategische Überlegung, in Anbetracht der unzulänglichen Kampfstärke zunächst einmal den Po zwischen sich und dem anrückenden Karlmann zu bringen. Aus den Ann. Bertin. geht auch hervor, daß sich Karl auf ein längeres Verweilen in Tortona einstellte, um den Zuzug seiner westfränkischen und burgundischen Vasallen abzuwarten. Seiner italischen Gefolgsleute konnte er sich wohl schon damals nicht mehr sicher sein; vgl. die beiden folgenden Regg. - Vgl. noch Dümmler III2, S. 52; Hartmann III/2, S. 40.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 523, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0877-09-00_2_0_1_3_1_4743_523
(Abgerufen am 24.03.2017).