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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Karl, der auf seinem Wege nach Rom bei einem Aufenthalt in Arezzo (Reg. 483) festgestellt hat, daß die Kathedrale unüblicherweise vor den Mauern der Stadt liegt, schenkt dem Hl. Donatus, dem Patron des Bistums, und dem dortigen Bischof Johannes (sancto Donato eiusque rectori venerabili Iohanni ac eius successoribus) für den Bau einer neuen Kirche und der zugehörigen Wohngebäude für die Kleriker (eligantius tamen nobis visum est, ut Aretium intra muros eccllesiae [!] culmine fulgeat, claustrali munitione clericos contineat et decentibus habitationibus sese distinguat) den an der Mauer liegenden Marktplatz (forum) in den genannten Grenzen, damit dort, wo jetzt Gerichtssitzungen stattfinden, die Kleriker unter Aufsicht des Bischofs Gottesdienst abhalten können (per eius ordinationem divina laudis canonicae fiant concelebrationes, ubi actenus mallationum ventilatae sunt lites). - Pön doppelte immunitas. - Audacher not. ad vicem Gauzlini. - M. SR. SI D.- a. r. 36, a. imp. 1. - "Ad hoc nobis".

Überlieferung/Literatur

Or. Arezzo, Arch. Capitolare, perg. n. 21 (A). - Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 102 (mit Regest). - Drucke: Muratori, Antiq. Ital. V, Sp. 199f.; Pasqui, La cattedrale Aretina, S. 157f.; Pasqui, Documenti di Arezzo I, Nr. 43 S. 61f.; D KdK.404.- Reg.: B 1793.

Kommentar

Karl, der noch am 27./28. Februar unweit von Pavia bezeugt ist (Regg. 498-499), muß den Weg in das ca. 70 km. entfernte Vercelli in großer Eile zurückgelegt haben; von Vercelli aus hat er dann endgültig die Heimreise angetreten (Reg. 501). - Bischof Johannes von Arezzo, der zuletzt auf der Paveser Synode im Februar nachweisbar ist und schon vorher zu den wichtigsten Vertrauten von Papst und Kaiser zählte (vgl. Reg. 477), wird Karl bis Vercelli begleitet haben. Das ihm dort gewährte Diplom ist als Lohn für seine Verdienste zu werten; vgl. zu diesem Motiv auch Reg. 498. - Wie schon Schiaparelli (Reg. im Arch. paleogr. ital., a.a.O.) festgestellt hat, wurde D 404 von kanzleifremder, zweifellos italischer, wohl dem Empfänger nahestehender Hand - in einer der gewöhnlichen Buchschrift ähnelnden Minuskel - mundiert, mit durchaus eigenwilligem Formelwerk. In das so vorbereitete Stück hat der rekognoszierende Notar Audacher (vgl. zu diesem Reg. 478) eigenhändig das Eschatokoll mit Signum- und Rekognitionszeile sowie der Datierung eingetragen; vgl. Tessier III, S. 85. Zur Arenga s. Hausmann/Gawlik, Nr. 71. - Allgemein zur Kathedrale von Arezzo s. bes. Pasqui, La cattedrale aretina; Pasqui, Documenti di Arezzo I, S. 62f. (mit einem Stadtplan).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 500, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0876-03-01_1_0_1_3_1_4718_500
(Abgerufen am 23.01.2017).