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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Karl bestätigt dem Kloster Donzère im Gebiet von Orange (monasterium Dusere quod est constructum in honore beate semper virginis Marie et beati Petri apostolorum principis in territorio Aurasico) auf Bitten des Abts Sindila, der Präzepte seines Vaters Ludwigs (d. Fr.; M2 525) und seines Neffen Ludwigs (II.; Dep.) vorgelegt hat (precepta piissimorum augustorum genitoris nostri pie recordationis Hludovici patris nostri atque Ludovici nepotis nostri), in denen diese die Gründungsausstattung des Klosters auf Fiskalgut durch Karl (d. Gr.) unter Abt Ninfrid bestätigt hatten (Karolus atavus noster ... ipsum locum ex proprietate fisci ad id monasterium construendum Ninfrido abbati ... concesserit), die genannten Präzepte und nimmt das Kloster mit seinen Besitzungen in seinen Schutz (sub nostra specialiter reciperemus tuitione). - Nur unvollständig überliefert. - a. r. 36, a. r. ex successione Hlotarii 6 et Hludoici 1, Ind. 9. - "Omnium fidelium".

Überlieferung/Literatur

Auszugsweise Kopie: Carpentras, Bibl. municipale, Ms. 1588, Chartularfragment des Bistums Orange, 11./12. Jh. (C). - Drucke: Duhamel, Fragments, Nr. 8 S. 390; de Font-Réaulx, Donzère, S. 244; D KdK.384 (alle aus C). - Reg.: Chevalier, Regeste dauphinois, Nr. 789.

Kommentar

In dem durch den Chartularschreiber nur unvollständig eingetragenen Präzept fehlt die gesamte Dispositio, doch läßt sich der Rechtsinhalt der ausführlichen Narratio entnehmen. Vom Eschatokoll wurde nur die Datierung (ohne Ortsangabe und im narrativen Stil: Hoc actum est ... ) wiedergegeben; sie stimmt fast wörtlich mit der des D 383 (Reg. 478) überein, so daß die Einordnung zu 875 Oktober 1 gesichert ist. Dieses Datum legt den Ausstellort Pavia nahe, wo am 29. September auch D 383 ausgestellt wurde (Reg. 478). Anscheinend hatte Abt Sindila den König nach dorthin begleitet. Daß Karl auf seinem Weg von Langres über St. Maurice nach Oberitalien einen Abstecher nach Donzère (Dep. Drôme, Arr. Nyons, Ct. Pierrelatte) gemacht haben sollte, ist wegen der Eile, in der der Zug vonstatten ging, kaum anzunehmen. - In der von Sindila vorgelegten Urkunde Ludwigs d. Fr. ( M2 525) bestätigt dieser die Überlassung von Fiskalland durch Karl d. Gr. an Abt Norfidius (nicht Ninfridus, wie es in der Urkunde Karls d. Kahlen heißt) und verleiht dem Kloster Immunität und freie Abtswahl. Die Urkunde Ludwigs II. ist dagegen ebenso wie die Urkunde Karls d. Gr. ( Lechner, Nr. 128) verloren (Reg. 444). - Allgemein zur Geschichte des Klosters, für das Karl nur bei dieser Gelegenheit geurkundet hat, vgl. de Font-Réaulx, a.a.O., S. 234ff.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 479, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0875-10-01_1_0_1_3_1_4697_479
(Abgerufen am 26.09.2017).