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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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König Ludwig (von Ostfranken) überträgt seiner Nichte Irmingard (der Tochter Kaiser Ludwigs II.) (dilecta nepta nostra Hirmingarda) auf deren Bitte zu freiem Eigen auf Lebenszeit von seinem italischen Besitz (quasdam res proprietatis nostrae consistentes in Italia) die Höfe Morcula (Murgula, heute Borgo Palazzo, Com. Bergamo) und Lemin (Almenno San Salvatore, Prov. Bergamo) in der Grafschaft Bergamo, die Curtis Maior (Cortemaggiore, Prov. Piacenza) in der Grafschaft Bergamo und in (der Grafschaft) Aucia (Olza, Com. Monticelli d'Ongina, Prov. Piacenza) sowie das Neue Kloster (Novum monasterium) in Pavia.

Überlieferung/Literatur

D LD. 157. - Reg.: M2 1505.

Kommentar

Das im Original überlieferte Stück ist von anderer, etwa gleichzeitiger Hand verfälscht worden, indem der ursprüngliche Wortlaut: post suum vero obitum ad nostram revertatur potestatem, zu: post suum vero obitum ad sue filiae revertatur potestatem, umgeschrieben wurde. Kehr, Vorbemerkung, spricht in diesem Zusammenhang von einer "karolingischen Familienfälschung'', die "ein eigenartiges Licht auf die Kaiserin Angilberga und ihre Tochter Irmingard" werfe; vgl. auch Zielinski, Regesta Karolorum, S. 304f. - Ursache für die Schenkung war wohl nicht die Tatsache, daß die Besitzungen "karolingischer Familienbesitz waren, bei dessen Übertragung an die Prinzessin die Schenkungsakte der Agnaten erforderlich waren" (so Kehr), sondern die Nachfolgeregelung, die Ludwig II. zugunsten Ludwigs von Ostfranken und seiner Söhne getroffen hatte; vgl. Reg. 391. - Zu den Besitzungen vgl. Darmstädter, Reichsgut, S. 106ff.; speziell zur Grafschaft Aucia zwischen Arda und Chiavenna östlich Piacenza vgl. Casella, Del comitato aucense, S. 257ff.; Racine, Plaisance, S. 16f. Mit dem "Neuen Kloster" in Pavia dürfte das von Lothar I. gegründete Nonnenkloster S. Maria und S. Martino gemeint sein ( Kehr, IP VI, S. 220f.); vgl. bes. D O.III.304, in dem auch Ludwig II. und sein Bruder Lothar II. als Mitgründer des Klosters genannt werden (S. 371 Z. 12). Zum Hof Almenno s. schon Reg. 327.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 412, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0875-02-26_1_0_1_3_1_4629_412
(Abgerufen am 26.03.2017).