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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Ludwig schenkt dem von ihm gestifteten Kloster Casauria, wohin er die Gebeine des Hl. Clemens übertragen ließ (bis hierhin identisch mit M2 1269 = Reg. 398) und das er deshalb künftig S. Clemente in Piscaria nennen läßt (quod ... monasterium Sancti Clementis in Piscaria in antea vocitari precipimus), für den Unterhalt der Mönche und der Fremden (wie M2 1269) die namentlich aufgeführten Kastelle und Orte mit allen Pertinentien und Rechten sowie den zugehörigen Vasallen unter der Voraussetzung (ab hier wieder identisch mit M2 1269), daß im Kloster jeden Tag für sein Seelenheil drei Messen und bei allen täglichen und nächtlichen Gebeten, mit Ausnahme des Vespergebets und der Matutin, der 120. Psalm gesungen wird, bekräftigt neuerdings sein Schutzversprechen und empfiehlt den Schutz des Klosters für die Zeit nach seinem Tode der Hl. Dreifaltigkeit. - Poena spiritualis wie in M2 1269. - Bullenankündigung. - Giselbertus presb. et not. - M. - a. imp. 25, Ind. 8, a. inc. 875. - "Cunctis summi" (wohl verlesen für "Cunctis sanum").

Überlieferung/Literatur

Kopien: Rom, Bibl. Vat., Cod. Chig. E. VI. 185, perg. n. 35, Transsumt von 1380 (D); ebd., Cod. Barb. lat. 3231 (Ughelli), 17. Jh., fol. 34v-37r (E) u. fol. 42v-43v (E1), beidemal aus einem Transsumt von 1380 Mai 5. - Drucke: Ughelli, Italia sacra VI1, Sp. 1308-1310 (Auszüge aus der Hist. fundationis 15. Jh., zu 875) = X/22, Sp. 405-407 = Muratori, Rerum Ital. SS II/2, Sp. 814-816; D Lu.II.†86. Auszüge aus D bei Brühl, Roger II., S. 116f. (= Brühl, Ruggero II, S. 98). - Regg.: B 682; M1 †1235 = M2 †1270.

Kommentar

Das auf der Grundlage von M2 1269 (Reg. 398) fabrizierte Spurium kann frühestens gegen Ende des 12. Jh. ( Brühl, a.a.O.: "bald nach 1191") entstanden sein, da es im Chartular des Klosters Casauria noch fehlt. Zweck der Fälschung war es, die zahlreichen in der normannischen Periode entfremdeten Kastelle wieder zurückzugewinnen; vgl. dazu auch den Prolog des Chronisten, ed. Muratori, a.a.O., Sp. 757. - Ughelli folgt in seinem Druck einer Kopie, die auf eine stark verkürzte und bearbeitete Fassung des Chronicon wohl aus dem 15. Jahrhundert zurückgeht, die sog. Historia fundationis, die sich im Besitz eines gewissen Pietro Colonna, eines angeblichen Kommendatarabts von Casauria, befunden haben soll; vgl. Pansa, Il Chronicon Casauriense, S. 9f., 26f.; Manaresi, Il "Liber instrumentorum", S. 32f.; Pratesi, Prefazione, S. 11; Brühl, Roger II., S. 115-118 (= Brühl, Ruggero II, S. 97-99, bes. S. 97 Anm. 32).

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. †399, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0874-10-13_4_0_1_3_1_4616_F399
(Abgerufen am 22.01.2017).