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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Angilberga, der Ludwig auf Drängen seiner Großen (primores Italiae) aufgetragen hatte, in Norditalien seine Rückkehr abzuwarten, kehrt desungeachtet zum Kaiser (nach Süditalien) zurück.

Überlieferung/Literatur

Ann. Bertin. a. 872, ed. Grat, S. 188. - Reg.: M2 1254e.

Kommentar

Nach den Ann. Bertin. hätten die italischen Großen, bei denen Angilberga wegen ihres Hochmuts (insolentia) verhaßt war, Ludwig damals die Tochter des Winigis verkuppelt. Bei diesem Winigis handelt es sich wahrscheinlich um den Grafen von Siena: Hlawitschka, Franken, S. 68 Anm. 6. Die in diesem Zusammenhang von Konecny, S. 122-125, aufgestellten Thesen über eine zweite Ehe des Kaisers sind allerdings nur schwer nachzuvollziehen. Angilberga hatte, bevor sie in den Süden zurückkehrte, noch Bischof Wibodo von Parma zu Karl d. Kahlen geschickt, quasi amicitiae gratia, wie Hinkmar empört bemerkt. Karl d. Kahle empfand jedoch das Bündnis zwischen Ludwig von Ostfranken und dem Kaiser als so bedrohlich, daß er am 9. September in Gondreville die Großen seines Reiches um sich versammelte und eidlich an sich band; vgl. Capit. II, Nr. 277 S. 342f. Etwa zu dieser Zeit dürfte Angilberga wieder beim Kaiser, der sich wohl schon in Capua aufhielt, eingetroffen sein. Von einer Verstimmung zwischen den Eheleuten ist in der Folgezeit nirgendwo die Rede. Vgl. auch Brühl, Karolingische Miszellen I, S. 368. - Nach dem Cat. com. Capuae, ed. Cilento 2, S. 300, hätte sich Ludwig ein Jahr in Capua aufgehalten, eine Angabe, die durch die Urkunden bestätigt wird. Danach ist Ludwig zuletzt 873 Juni in Capua bezeugt: M2 1259 (Reg. 369). - Vgl. Dümmler II2, S. 342; Hartmann III/1, S. 296; Odegaard, Engelberge, S. 80.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 358, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0872-09-00_1_0_1_3_1_4575_358
(Abgerufen am 16.12.2017).