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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Ludwig, der anläßlich eines Pfingstbesuchs (18. Mai) in Farfa den gesamten Besitz der Klöster Farfa und des nahegelegenen Salvatorklosters restituiert hatte, bekräftigt dies nunmehr urkundlich, wobei eine Reihe von Tradenten mit ihrem an die Klöster gefallenen Besitz namentlich genannt werden. Auch bestätigt er den Äbten Anastasius (von S. Salvatore) und Johannes (von Farfa) alle Urkunden und Besitztitel seiner Vorgänger (scilicet augusti necnon reges seu duces), der Päpste und anderer nobiles, kassiert die unrechtmäßigen Pachtverträge (prestarias) zwischen Bischof Petrus (II.) von Arezzo und Abt Honoratus, gewährt das Inquisitionsrecht und bestätigt die dem Kloster zukommenden Markt- und Brückenzölle sowie die Zehnten ad portam monasterii danda gemäß den darüber ausgestellten Urkunden. - Gebetswunsch pro nobis ac dilecta coniuge proleque nostra. - Pön infamie publice reatum incurrens 20 Pfund Gold. - Ohne Rekognition. - a. imp. 23, Ind. 5. - "Quotienscunque imperialis".

Überlieferung/Literatur

Kopien: Rom, Bibl. Vaticana, Cod. Vat. lat. 8487-I, "Regestum Farfense" t.I, Ende 11. Jh., fol. 140r-v n. 325B (C); Rom, Bibl. Nazionale, Mss. Farfensi 297 (Chronicon Farfense), Anf. 12. Jh., fol. 93r-v (C1). Auszüge auch Lib. Flor., ed. Maggi Bei I, S. 25f. Nr. 325 (die zahlreichen neuzeitl. Abschriften insbes. von C bleiben unberücksichtigt; vgl. Kehr, IP II, S. 58f.). - Drucke: Duchesne, Hist. Francorum SS III, S. 666f., aus C1; Margarini, Bullarium Casinense II, Nr. 27 S. 22f., "ex archiv. Farf." (mit a. imp. 13, Ind. 4, zu 826 Mai 28, also zu Ludwig d. Fr.); Muratori, Rerum Ital. SS II/2, S. 402-404, aus C1; Giorgi/Balzani, Il Regesto di Farfa III, S. 11-12 doc. 307, aus C; Chron. Farf. I, ed. Balzani, S. 221-223, aus C1; D Lu.II.57. - Regg.: B 671; M1 1219 = M2 1254.

Kommentar

M2 1254 stellt das einzige urkundliche Zeugnis für den Aufenthalt Ludwigs in Rom Ende Mai 872 dar. Zum voraufgegangenen Klosterbesuch vgl. Reg. 347. Mit dem als Ausstellort genannten palatium imperatorium dürfte die Pfalz vor den Mauern bei St. Peter gemeint sein; vgl. Brühl, Kaiserpfalz, S. 4; Brühl, Fodrum I, S. 410. - Bei dem ohne Rekognition und mit zum Teil eigentümlicher Stilisierung überlieferten Stück handelt es sich wohl um eine Empfängerausfertigung. Der gelegentlich geäußerte Fälschungsverdacht (vgl. Pratesi, L'abbazia di Casauria, S. 29f. Anm. 15) ist unbegründet. M2 1254 steht am Ende einer ganzen Reihe von Urkunden Ludwigs für Farfa; vgl. M2 1213 (Reg. 162). - Der nur hier bezeugte Abt Honoratus, für den in der Farfenser Abtsliste kein Platz ist, dürfte Abt des Klosters S. Salvatore am Monte Letenano bei Rieti gewesen sein, jenes Klosters, das hier als Mitempfänger erscheint und dessen Abt Anastasius neben Abt Johannes von Farfa (872-880) ausdrücklich genannt wird. Honoratus scheint auch der Empfänger eines Schreibens Papst Leos IV. zu sein ( J-E 2651, Epp. V, S. 603f. Nr. 33), das zu 850/54 eingeordnet wird; die Amtszeit des genannten Bischofs Petrus II. von Arezzo (850-ca. 867; vgl. Tafi, La chiesa aretina, S. 282-285) stützt die Datierung des Papstschreibens. Zu Abt Johannes von Farfa vgl. Riesenberger, S. 212; s. noch Reg. 488. - Zum Kloster S. Salvatore vgl. Schwarzmaier, Liber Vitae, S. 114f.; Pani Ermini, Insediamenti, S. 571.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 350, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0872-05-28_1_0_1_3_1_4567_350
(Abgerufen am 26.03.2017).