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RI I Karolinger 715-918 (926/962) - RI I,3,1

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Ludwig bestätigt dem Kloster S. Maria Teodota in Pavia (monasterium sanctae Dei genetricis Mariae quod nuncupatur Theodote, situm in urbe Ticinensi) auf Bitten der Äbtissin Caila die von seinem Vater Kaiser Lothar (I.) der Äbtissin Asia verliehenen Besitzungen und Rechte, im einzelnen das ummauerte Grundstück in Klosternähe an der Stadtmauer ( D Lo.I.38), den gesamten gegenwärtigen und zukünftigen Besitz, der von allen Eingriffen königlicher Amtsträger ausgenommen wird ( D Lo.I.12), das Recht auf Bau- und Brennholz im Wald Carbonaria, das Recht auf freie Schiffahrt durch den Hafen von Pavia (navem illius per Ticinensem portum discurrere liceat; D Lo.I.22), die von der Äbtissin Asia abgeschlossenen Tauschverträge ( D Lo.I.38), die freie Wahl der Äbtissin, Immunität und Königsschutz für die Klostergüter ( D Lo.I.12) sowie das Inquisitionsrecht ( D Lo.I.59 = Reg. 6). Seinerseits fügt er zu seinem Seelenheil hinzu eine zur Fischerei geeignete Furt im Po, genannt Caput Lacti, zwischen Cocuzo Gepidasco und der Mündung der Agonia (Torrente Agogna) in den Po mit den nahegelegenen Inseln in den genannten Grenzen sowie den Besitz, den König Cunincpert dort dem Kloster urkundlich übertragen hatte (Dep.). - Pön 6 Pfund Gold. - Gauginus sacerdos atque cappellanus iussu ipsius serenissimi Augusti. - M. SR. SI D. - a. imp. 22, Ind. 4. - "Si circa servos".

Überlieferung/Literatur

Or. Mailand, Bibl. Ambrosiana, perg. 807 (vormals D.I.n.7) (A). - Faksimile: Arch. paleogr. ital. IX, Taf. 120 (mit Regest). - Drucke: Muratori, Antiq. Ital. I, Sp. 585-586 (Auszüge) = CD Langob., Nr. 253 Sp. 428-429 (mit willkürlich ergänzter Arenga); ebd. Nr. 192 Sp. 323-324 (zu 856); D Lu.II.53. - Regg.: B 669; M1 1214 = M2 1248.

Kommentar

Das ohne Chrismon in der jüngeren italischen Urkundenminuskel geschriebene M2 1248, dessen verlorenes Wachssiegel wie üblich mittels Kreuzschnitt auf dem SR angebracht war, formuliert in den durch die VUU gedeckten Teilen durchweg selbständig und wurde seinerseits VU für eine Reihe jüngerer Bestätigungen ( D Kn. 9 [Reg. 539], DD Ka.III.44 u. 45 [Regg. 672 u. 673], D Be.I.27 u. 30, D Wi. 10 etc.). - Kehr, Regest im Arch. paleogr. ital., a.a.O., vermutet, daß der Schreiber des M2 1248, vielleicht Gauginus selbst (vgl. aber Reg. 397 = M2 1268), auch M2 1235, 1236 und 1240 (Regg. 258, 268 u. 289) geschrieben hat, was schwerlich zutrifft. Eine Schenkungsurkunde des Langobardenkönigs Cunincpert ist nicht überliefert; vgl. Brühl, CD Longob. III, S. 295. - Zum Empfänger und zur Sache s. Lanzani, Le concessioni immunitarie, S. 10-12; Bullough, Urban Change, S. 124; Peroni, S. Maria Teodote, S. 21f.; Settia, Castelli, S. 48; vgl. schon Reg. 6. Der Torrente Agogna mündet heute nördlich von Voghera in den Po, in einem Gebiet, wo das Kloster reich begütert war; vgl. De Angelis Cappabianca, S. Maria Teodote.

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Empfohlene Zitierweise

RI I,3,1 n. 319, in: Regesta Imperii Online,
URI: http://www.regesta-imperii.de/id/0871-04-14_1_0_1_3_1_4536_319
(Abgerufen am 23.05.2017).